Bewusst Träumen

Mit seinen offenen Augen einzuschlafen kann eine effektive Art sein, in bewusstes Träumen überzugehen. Um dieses Kunststück zu vollbringen, muss man mehrere Arten von bewusstem Träumen verinnerlichen. Das gelingt, indem man traditionelle meditative Übungen macht.

Teil 1 von 3: Bereite deinen Körper und Geist vor

  1. Verstehe den Vorgang. Wenn du mit offenen Augen einschläfst, versetzt du deinen Geist in einen tiefen und entspannten Zustand. Indem du deinen Geist beim Dösen in Alarmbereitschaft hältst, kannst du es schaffen, dich selbst in einen förderliches bzw. bewusstes Träumen zu versetzen.
    • Ruht man sich mit offenen Augen aus, ist das nicht dasselbe, wie wenn man dies mit geschlossenen Augen tut. Um zu träumen und den Körper wieder mit Energie aufzuladen, muss man beim Schlafen die Augen geschlossen halten.
    • Sogar wenn man es erfolgreich schafft mit geöffneten Augen einzuschlafen, werden sie sich wahrscheinlich von selber schließen, sobald man richtig anfängt zu schlafen. Der Körper schließt, durch eine Art Schutzmechanismus, die Augen während des Schlafes automatisch.
    • Tiefe Meditation wird dazu genutzt, seinen Körper voll und ganz zu entspannen. Es gibt viele Menschen, die diesen „Ruhezustand“ nie erreichen. Aber mit genügend Übung, kann man irgendwann seinen Körper darauf trainieren, dass er mithilfe dieser Technik mit offenen Augen schläft.
  2. Führe, über den Tag verteilt, einen sogenannten Wirklichkeitscheck durch. Man sollte ungefähr zehnmal am Tag einen sogenannten Wirklichkeitscheck tätigen, um sein Bewusstsein daran zu erinnern, dass man noch wach ist. Wähle einen Anhaltspunkt oder eine Handlung, die du als Wirklichkeitscheck nutzen kannst, und führe diesen über den Tag öfters verteilt durch.
    • Versuche, während des Wirklichkeitschecks ungefähr 10 Sekunden lang auf deine Hände zu schauen. Merke dir, wie deine Hände aussehen, und reibe sie aneinander, damit du die Reibungskraft spürst.
    • Frage dich: „Träume ich gerade?“ Nachdem du dir die Frage gestellt hast, kannst du nach einem sichtbaren Beweis suchen, wie zum Beispiel mit einem Blick auf das Handgelenk, um zu sehen, ob sich deine Uhr immer noch an derselben Stelle befindet. Wenn sie das tut, ist das der Beweis, dass du immer noch wach bist.
    • Auch wenn es ein Klischee ist, kann man sich selbst kurz während des Wirklichkeitschecks einen Klaps geben.
  3. Meditiere während des Tages. Um seinen Körper bei der Entspannung zu unterstützen und in eine tiefe Meditation zu verfallen bevor man abends ins Bett geht, sollte man am Tag schon ungefähr 20 Minuten Bewussteinsmeditation gemacht haben.
    • Es gibt viele verschiedene Arten zu meditieren. Aber die Grundeigenschaft für eine gute Meditation ist, dass man alleine in einem ziemlich ruhigen und bequemen Raum sitzt.
    • Schließe deine Augen oder halte sie geöffnet. Du darfst aber keinesfalls einschlafen.
    • Atme tief ein und konzentriere dich auf deine Atmung.
    • Lasse deinen Gedanken freien Lauf und versuche nicht, sie in eine bestimmte Richtung zu lenken.
    • Nach ungefähr 20 Minuten sollte man langsam aufstehen und sich einmal strecken und mit seinen normalen Tätigkeiten bzw. Gewohnheiten weitermachen.
  4. Sage dir selbst, was noch passieren wird. Man muss sich über den Tag hinweg selbst sagen: „Wenn ich einschlafe, dann mit geöffneten Augen. Ich werde träumen und ich werde meine Träume nicht vergessen.” Indem du dir diese Aussage einprägst, wird dir dein Bewusstsein dabei helfen, sie nicht zu vergessen. Aber ist es noch ratsamer dir deine Erklärung laut vorzusagen.
    • Wenn man sich das Ganze nämlich laut vorsagt, merkt sich das Bewusstsein dies besser, was dazu führt, dass sich die Vorstellung in deinem Geist manifestiert.
    • Wenn du erfahrener wirst, kannst du deinem Körper vorschreiben, was er träumen soll.
  5. Mache dich selbst müde. Bevor du schläfst, musst du sichergehen, dass du mental und physisch müde genug bist, um schnell und ohne Schwierigkeiten einzuschlafen. Trainiere deinen Geist und Körper ein paar Stunden bevor du ins Bett gehst.
    • Entziehe deinem Geist Energie, indem du mit Hilfe eines Buches dein Bewusstsein beanspruchst, oder beschäftige dich mit Denksportaufgaben, wie Puzzeln.
    • Entziehe deinem Körper Energie, indem du seilspringst, kurz Basketball spielst (oder eine ähnliche Sportart) oder eine Runde um den Block joggst bzw. rennst.

Teil 2 von 3: Das Einschlafen

  1. Lege dich bequem hin. Liege im Bett entweder auf deinem Rücken oder nur auf einer Seite deines Körpers.
    • Ziehe einen bequemen Pyjama an bevor du anfängst.
    • Durchlaufe deine gewöhnliche zu Bett-Geh-Routine. Putze deine Zähne, gehe auf die Toilette und mache alles, was du auch normalerweise machen würdest, damit du wirklich bequem einschlafen kannst.
    • Entscheide dich, ob du auf dem Rücken oder auf einer Seite liegen möchtest. Du musst auf der Seite bzw. in der Position liegen, die für dich am bequemsten ist. Lege dich aber nicht auf deinen Bauch.
  2. Entspanne nach und nach jeden Teil deines Körpers. Konzentriere dich darauf, dass sich jeder Muskel deines Körpers entspannt. Beginne mit deinen Zehen und arbeite dich langsam nach oben zu deinen Beinen, Armen und deinem Hals.
    • Wenn du dich einem Teil deines Körpers annäherst, dann stelle dir diesen so realistisch wie möglich vor. Anstatt sich eine typische Hand vorzustellen, versuche dir vorzustellen, wie deine Hände mit dem Körper verknüpft sind.
    • Wenn man dann den Punkt in seinem Geist fest umschlossen hat, lässt man ihn mental spüren, dass man sich entspannt. Es kann einige Sekunden oder Minuten dauern, bis sich die Muskeln in diesem Bereich entspannen. Die Zeit bzw. die Dauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
  3. Konzentriere dich auf deine Atmung. Atme tief ein und atme anschließend tief aus. Atme weiter tief und langsam und konzentriere dich auf deine Atmung. Nach einigen Minuten sollte sich dein Körper sogar noch mehr entspannt haben.
    • Beziehe auch das Hören mit in die Atmung ein. Wenn man sich auf das Gefühl jedes Ein- und Ausatmens konzentriert, sollte man sich auch auf die Geräusche, die man dabei macht, konzentrieren.
  4. Fixiere deine Augen auf einen bestimmten Punkt. Blicke auf einen festen Gegenstand in deinem Zimmer. Dieser sollte von deinem Bett aus leicht zu sehen sein. Starre den Gegenstand an und lasse den Blick davon nicht abschweifen.
    • Ein einfacher, vertrauter Gegenstand bietet sich am besten an. Das kann alles sein, wie zum Beispiel die Decke oder der Ventilator an der Decke.
    • Der Schlüssel zum Erfolg ist sicherzustellen, dass der Gegenstand nicht zu einem Punkt der Faszination für deinen Geist wird. Vermeide einen Gegenstand, der viele Einzelheiten hat, da dein Bewusstsein in die Versuchung geriete, den Gegenstand genauer zu studieren. Wählst du einen beweglichen Gegenstand aus, muss du sicherstellen, dass die Bewegungen rhythmisch sind, wie einer Standuhr, und nicht wie bei einem Aquarium, bei dem die Bewegungen unkontrolliert sind.
  5. Lasse deinem Bewusstsein freien Lauf. Erlaube dir selbst Tagträume, während du einen festen Punkt anstarrst. Bringe es zu Stande, dass sich deine Gedanken auf natürliche Art bilden, anstatt sie auf einen festgesetzten Pfad zu leiten.
    • Obwohl du deinen Geist auf einen Punkt fokussiert hast, darfst du deine Gedanken nicht auf diesen Gegenstand fokussieren. Dieser Gegenstand sollte sich zwar starr in deinem Auge befinden, aber sich nicht in deinem Gehirn manifestieren.
    • Es funktioniert am besten, wenn du deinen Verstand vollkommen inhaltslos werden lässt. Da diese Methode für viele Menschen schwierig ist, ist der beste Ansatz, seine Gedanken in einem Trance-Zustand entwickeln zu lassen. Hierbei ist es wichtig, seine Gedanken nicht auf eine Sache zu bündeln.
  6. Drifte in den Schlaf. Dein Körper wird wahrscheinlich nicht sehr lange brauchen, um in eine Ruhephase zu gelangen. So lange du dich nicht in dieser Lage befindest, sollte dein Körper auf natürliche Weise einschlafen, während deine Augen immer noch offen sind.
    • Sollte dein Bewusstsein wieder aus dieser Phase aufwachen, muss man warten, und es in einer anderen Nacht wieder versuchen.
    • Auch wenn du nicht einschläfst, während du dich in dieser Phase befindest, ist dies die Art von Entspannung, die deinen Körper dazu bringt, leichter auf normale Weise einzuschlafen.
  7. Teste dich selbst, wenn du denkst, dass du träumst. Dein Bewusstsein sollte jetzt schon an einem Punkt angelangt sein, an dem es das bewusste Träumen akzeptiert hat, also kann es vorkommen, dass du gegenwärtig schläfst und träumst. Benutze denselben Wirklichkeitscheck, von dem du schon gehört hast, damit du auch wirklich weißt, dass du schläfst.
    • Wie bereits beschrieben, studiere deine Hände. Blicke auf deine Uhr (oder einen anderen visuellen Hinweis) und frage dich, ob du träumst, oder zwicke dich selbst. Benutze denselben Wirklichkeitscheck wie immer.
    • Es sollte immer einen Unterschied zwischen der Realität und deinen Träumen geben. Dein Geist nimmt auf natürliche Weise im Unterbewusstsein Dinge anders wahr als im bewussten Zustand.

Teil 3 von 3: Übe und perfektioniere deine Technik

  1. Führe über deine Träume Tagebuch. Schreibe jeden Morgen die Details zumindest über einen Traum auf, egal ob es ein bewusster Traum war oder nicht.
    • Man muss immer ein Notizbuch und einen Stift neben seinem Bett bereithalten und zumindest einen Traum, bevor man aufsteht, aufschreiben.
    • Schreibe jedes Mal, wenn du aufstehst, einen Traum auf. Wenn du mehrere Male in der Nacht aufwachst, nimm dir ein paar Minuten, um Traumdetails zu notieren, bevor du wieder einschläfst.
    • Lies dir deine Traumaufzeichnungen während des Tages durch. Versuche dir die Einzelheiten, die du dir aufgeschrieben hast, zu merken und notiere alle Details, die du vorher vergessen hast und die dir jetzt wieder eingefallen sind.
  2. Stelle dir einen Wecker. Stelle dir schon einen Wecker, bevor du ins Bett gehst, damit der Wecker früher losgeht, als dein Körper normalerweise aufwachen würde.
    • Für gewöhnlich reicht es, sich seinen Wecker fünf bis 5,5 Stunden nach dem Zeitpunkt zu stellen, nachdem man eigentlich erwartet einzuschlafen,.
    • Es gibt einige Hinweise, die belegen, dass man sich von einem Traum mehr merkt, wenn man in der Mitte eines Traumes aufwacht.
  3. Wiederhole diese Methode so oft es notwendig ist. Wie bei allem, macht Übung den Meister. Je öfter du versuchst, mit offenen Augen einzuschlafen und bewusst zu träumen, umso größer wird der Erfolg sein, dass dir das auch gelingt.
    • Auch wenn jeder Mensch anders ist, ist es dennoch ratsam, diese Methode erst von Nacht zu Nacht auszuprobieren, anstatt jede Nacht. Wenn man nämlich seinen Schlafrhythmus aus der Bahn bringt, kann das den Körper schwächen und man fühlt sich während des nächsten Tages erschöpfter, nachdem man diese Methode ausprobiert hat. Füge zwei Nächte mit normalem Schlaf ein und versuche dich dann erst wieder am bewussten Träumen.
  4. Wahre die Gesundheit deiner Augen. Ständig mit offenen Augen zu schlafen, kann sie austrocknen lassen und führt zu Beeinträchtigungen. Dabei ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.
    • Man kann zum Beispiel am nächsten Morgen Augentropfen nehmen, damit die Augen wieder feucht werden und Schmutz beseitigt wird, der sich vermutlich angesammelt hat, während du an deiner Technik gearbeitet hast.
    • Wenn deine Augen sehr trocken wirken und anfangen wehzutun, ist es am besten, sie zu schließen und wieder zum normalen Schlaf- bzw. Schlafrhythmus zurückzukehren.

Warnungen

  • Regelmäßig mit geöffneten Augen zu schlafen, kann sich negativ auf die Augen auswirken. Kurzfristige Schäden sind unter anderem schlechter Schlaf, verschwommenes Sehen, gerötete Augen, Augenreizung und Bindehautentzündung. Langfristige Schäden beinhalten: Trockenstellen, Abnutzungserscheinungen an der Hornhaut deines Auges.
  • Solltest du jemanden kennen, der auch mit offenen Augen schläft, könnte das ein Zeichen für einen wirklich schlimmen Gesundheitszustand sein. Mögliche Folgen sind: Gesichtslähmung, Schlaganfall, Infektionen, Alzheimer, ein Schaden am Ringmuskel des Augenlides, genetische Störungen, Multiple Sklerose und Gesichtstrauma.
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