2‐3 Wochen alte verlassene Katzenjunge aufziehen

Опубликовал Admin
4-06-2019, 09:00
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Wenn man sich um verwaiste Katzenkinder kümmern will, kann das sehr lohnenswert, aber auch sehr anspruchsvoll sein. Menschen sind ein schwacher Ersatz für eine Katzenmutter, außerdem muss das Kätzchen rund um die Uhr versorgt werden. Manchmal ist eine Katzenmutter aber leider nicht fähig, sich um ihre Kinder zu kümmern oder sie verlässt sie aus irgendeinem Grund. Bevor du versuchst, ein Kätzchen mit der Hand aufzuziehen, solltest du in dem örtlichen Tierheim nachschauen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, eine Katzenamme zu finden. Mit viel Glück nimmt eine andere Katzenmutter die Kätzchen auf, füttert und kümmert sich um sie. Wenn nicht, kannst du hier lernen, wie man sich um verwaiste, unter drei Wochen alte Kätzchen kümmert.

Eine fürsorgliche Umgebung schaffen

  1. Lerne, mit den Kätzchen richtig umzugehen. Achte immer darauf, dass du dir, bevor und nachdem du mit den Kätzchen zu tun hattest, die Hände wäschst. Sie könnten Krankheiten übertragen oder aber anfällig für die Bakterien und Viren sein, die du an deinen Händen hast. Wenn du die Kätzchen hochhebst, tu es ganz vorsichtig. Achte darauf, dass sie es immer warm haben, indem du überprüfst, ob die Pfotenballen auch warm sind. Wenn sie anfangen zu frieren, könnten sie anfangen zu maunzen.
    • Falls du andere Tiere hast, solltest du sie für mindestens zwei Wochen von den Kätzchen getrennt halten. Lasse sie nicht aus den gleichen Näpfen fressen, und auch das Katzenklo sollte nicht geteilt werden, da auch über dieses Krankheiten übertragen werden können.
  2. Halte sie warm. Kätzchen unter zwei Wochen können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Normalerweise halten sie sich warm, indem sie sich an ihre Mama kuscheln. Da sie das ja nun nicht tun können, solltest du ihnen ein Wärmekissen extra für Welpen oder Katzenkinder besorgen. Setze die Kätzchen auf das Kissen, vermeide aber, dass sie das Kissen direkt berühren, falls es keinen Fleece-Bezug hat. Wenn keiner vorhanden ist, kannst du ein Handtuch oder Ähnliches um das Kissen wickeln, damit die Kätzchen sich nicht verbrennen oder überhitzen.
    • Kätzchen sollten das Wärmekissen nie unmittelbar berühren, da sie sich sonst daran verbrennen könnten.
    • Du kannst auch eine in ein Handtuch gewickelte Wärmflasche benutzen, du musst dann aber regelmäßig nachschauen, ob das Wasser noch warm genug ist (mindestens 38°C).
  3. Baue ihnen ein weiches Bett. Stelle eine Kiste oder einen Katzentransportkorb in einen ruhigen, abgeschiedenen Teil des Hauses. Der Raum sollte warm und frei von anderen Tieren sein. Lege ein Handtuch in die Kiste, damit sie es gemütlich haben. Du solltest auch ein Tuch über die Kiste oder den Transportkorb hängen, damit die Wärme nicht verfliegt.
    • Achte darauf, dass du nicht aus Versehen die Luftlöcher mit dem Tuch verschließt!
  4. Halte die Kätzchen beisammen. Du brauchst nicht für jedes Kätzchen eine eigene Box. Lass sie sich alle in dieselbe kuscheln. Das trägt auch dazu bei, dass sie es warm und gemütlich haben. Achte aber darauf, dass sie genug Platz haben, um sich in der Kiste zu bewegen.
    • Die Kätzchen sollten zum Beispiel die Möglichkeit haben, sich von der direkten Hitze des Wärmekissens zu entfernen, wenn ihnen zu heiß wird.

Die Kätzchen füttern

  1. Kaufe Katzenersatzmilch in Pulverform. Du findest sie in Tierhandlungen oder im Internet. Gib ihnen keine Kuhmilch zu trinken! Der Zucker und die Laktose in der Milch werden ihre Mägen belasten.
    • Wenn du keine Ersatzmilch zur Hand hast und die Kätzchen hungrig sind, kannst du ihnen etwas abgekochtes Wasser geben, nach dem es abgekühlt ist. Benutze eine Pipette oder eine Spritze, bis du eine Tierhandlung aufsuchen kannst. Das Wasser verhindert, dass die Kleinen dehydrieren und es wird ihnen keine Bauchschmerzen bereiten.
  2. Bereite dich darauf vor, die Kätzchen zu füttern. Sterilisiere die Flasche und den Sauger in kochendem Wasser, lasse sie dann komplett abkühlen. Mixe dann die Milch mit einem Schneebesen, um Klumpen zu vermeiden. Du solltest die Milch auf 95 bis 100 Grad erhitzen, bevor du sie den Kätzchen gibst. Am Ende solltest du noch einmal prüfen, ob die Milch nicht zu heiß ist. Das geht am besten, indem du ein paar Tropfen auf die Unterseite deines Handgelenkes tröpfelst.
    • Gehe immer sicher, dass die Kätzchen es warm haben, bevor du mit dem Füttern beginnst. Füttere niemals ein Kätzchen, dessen Temperatur unter 35 Grad ist. Das kann zu Aspirationspneumonie führen, die Schwierigkeiten bei der Atmung verursacht und fatal enden kann.fatal.
  3. Halte die Flasche und das Kätzchen während des Fütterns richtig. Halte ein Kätzchen zum Füttern nie wie ein Menschenbaby. Halte stattdessen die Füße nach unten und den Kopf gerade, eben so, wie es auch bei der Mutter saugen würde. Nimm es am Nackenfell und halte das Saugstück erst an die Seite des Mauls, dann in die Mitte. Das Kätzchen wird es sich selbst so einrichten, wie es für es am bequemsten ist. Lass das Kätzchen das Saugen selbst kontrollieren, drücke die Milch nicht zwanghaft in das Maul.
    • Vergiss nicht, dem Kätzchen nach dem Essen zu helfen, ein Bäuerchen zu machen. Lege das Kätzchen dazu über deine Schulter, deinen Schoß oder deine Brust und reibe sanft mit zwei Fingern den Rücken, ganz wie bei einem Menschenbaby.
    • Wenn das Kätzchen Probleme mit dem Trinken hat, dann halte das Gesicht des Kätzchens und lasse es seinen Kopf nicht bewegen. Versuche, es wieder zu füttern und drücke ein paar Tropfen Milch aus. Es wird dann sicher wieder danach schnappen.
  4. Füttere die Kätzchen regelmäßig. Du wirst merken, dass ein Kätzchen hungrig ist, wenn es schreit und herumkriecht, als würde es die Mutter suchen. Kätzchen möchten in den ersten zwei Wochen alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden. Am besten nimmt man dafür eine Flasche, die extra für Katzenbabys entwickelt wurde. Folge der Gebrauchsanweisung auf der Verpackung der Katzenersatzmilch, damit du genau die richtige Menge fütterst. Ein sattes Kätzchen schläft häufig noch während des Trinkens ein und hat ein gerundetes Bäuchlein.
    • In einer Notfallsituation kannst du auch eine Pipette für Augentropfen oder eine kleine Spritze nutzen, um die Milch in das Maul zu träufeln.
    • Nach zwei Wochen kannst du beginnen, nur noch alle drei bis vier Stunden zu füttern. In der Nacht kannst du eine Pause von sechs Stunden machen.

Dich um die Kätzchen kümmern

  1. Helfe den Kätzchen, ihr Geschäft zu verrichten. Normalerweise schleckt die Mutter nach dem Fressen den Kätzchen ihre Genitalien, was ihnen hilft, ihr Geschäft zu verrichten. Vor und nach jeder Mahlzeit musst du den Hintern der Kätzchen mit einem Wattepad und warmem Wasser reiben. Das stimuliert die Kätzchen dazu, sich zu erleichtern. Das können sie nicht ohne diese Stimulierung, bis sie ein paar Wochen alt sind. Lege das Kätzchen auf die Seite und nutze den warmen, nassen Wattepad um die Genitalien des Kätzchens in eine Richtung zu reiben. Wenn du hin und her reibst könnte die Stimulierung zu stark sein. Du wirst merken, wenn das Kätzchen sein Geschäft verrichtet. Reibe so lange, bis das Kätzchen fertig ist, oder es wird sich nicht richtig entleeren können.
    • Der Urin sollte nicht riechen und eine hellgelbe Farbe haben. Der Kot sollte gelblich-braun sein. Wenn er weiß oder grün und der Urin dunkel ist und stark riecht, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.
  2. Säubere die Kätzchen. Wenn du die Kätzchen gefüttert hast und sie auf der Toilette waren, musst du sie putzen. Nimm einen warmen, feuchten Lappen und streichle sie mit kurzen Strichen. Achte darauf, dass du die Kätzchen danach komplett abtrocknest und sie zurück in ihr warmes Bettchen setzt.
    • Wenn du getrocknete Fäkalien im Fell bemerkst, kannst du den Hintern vorsichtig in etwas warmes Wasser tauchen. Dann kannst du sie vorsichtig entfernen.
  3. Überprüfe das Gewicht der Kätzchen. In den ersten Monaten sollten Kätzchen stetig an Gewicht zunehmen. Achte darauf, die Kätzchen jeden Tag zur selben Zeit zu wiegen und das Ergebnis zu notieren. Eine Woche nach der Geburt sollte ein Kätzchen normalerweise sein Gewicht verdoppelt haben. Sie sollten nach der ersten Woche ca. 14 g am Tag zunehmen. Wenn ein Kätzchen nicht weiter zunimmt oder sogar abnimmt, stimmt etwas nicht und man sollte zu einem Tierarzt gehen.
    • Normalerweise wiegt ein Kätzchen bei der Geburt 90 bis 100 Gramm. Wenn es zwei Wochen alt ist sollte es ca. 200 g wiegen und nach drei Wochen fast 300 g.
  4. Erkenne, wann ein Kätzchen zum Tierarzt muss. Du wolltest die Kätzchen so schnell wie möglich zu einem Tierarzt bringen, um zu checken, ob alles okay ist, also ob sie Krankheiten, Würmer, Parasiten o.a. haben. Manche Tierärzte bieten dir vielleicht sogar an, die Kätzchen umsonst zu behandeln, wenn du ihnen erzählst, dass es sich um gerettete Kätzchen handelt. Du solltest auch wissen, wann ein junges Kätzchen zum Tierarzt muss. Bringe die Kätzchen zu einem Tierarzt, wenn du Folgendes bemerkst:
    • Eine zu hohe oder zu niedrige Temperatur (über 39,5°C oder unter 37,2°C)
    • Appetitlosigkeit (Wenn ein Kätzchen den ganzen Tag nichts essen mag, suche einen Tierarzt auf)
    • Erbrechen (Wenn es konstant ist, suche einen Tierarzt auf)
    • Gewichtsverlust
    • Husten, Niesen, Ausfluss aus den Augen oder der Nase
    • Durchfall (Wenn es konstant ist, suche einen Tierarzt auf)
    • Energielosigkeit
    • Blutungen jeder Art (Suche sofort einen Tierarzt auf)
    • Atemprobleme (Suche sofort einen Tierarzt auf)
    • Ein Trauma, zum Beispiel, wenn es angefahren wurde, fallen gelassen oder getreten wurde oder wenn es bewusstlos wird (Suche sofort einen Tierarzt auf)

Tipps

  • Es ist ratsam, streunende Katzen zu kastrieren.
  • Oft sind Tierheime ein guter Ort, um sich Rat und Anweisungen zu besorgen, sie können dir außerdem helfen, ein neues Zuhause für die Kätzchen zu finden, wenn sie alt genug sind. Einige haben vielleicht sogar jemanden, dessen Aufgabe es ist, verlassene Tierjunge aufzuziehen.
  • Der beste Ort für ein neugeborenes Kätzchen ist bei seiner Mutter und sie sollten nicht von ihr getrennt werden, bevor sie 4 Wochen alt sind. Schau nach, ob du Spuren von einer ausgewachsenen Katze in der Nähe findest, bevor du beschließt, ein Kätzchen selbst aufzuziehen. Manchmal ist die Mutter nur kurz unterwegs und wird bald wiederkommen. Verlassene Kätzchen werden schmutzig sein und ununterbrochen vor Kälte und Hunger miauen.
  • Wenn du nicht in der Lage bist, ein Kätzchen mit der Hand aufzuziehen, gib es in ein Tierheim oder frage dort nach Rat. Sie werden dort wissen, was zu tun ist.
  • Wenn es ein einzelnes Kätzchen ist, kannst du ihm ein kleines Stofftier geben, mit dem es kuscheln kann, bei dem es Wärme findet und das es an eine Mutter oder Geschwister erinnert.

Warnungen

  • Selbst mit der besten Pflege kann es passieren, dass sehr junge Kätzchen sterben, wenn sie keine Mutter haben.
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