Jugendliche Diabetiker dazu bringen, ihre Medikamente zu nehmen

Опубликовал Admin
30-06-2019, 16:00
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Mit einer chronischen Erkrankung zurechtzukommen stellt für die meisten Menschen eine Schwierigkeit dar, vor allem für Kinder und Jugendliche. Deshalb kann es für Eltern schwierig sein, ihren Kindern die Verantwortung für die Einnahme ihrer Medikamente zu überlassen. Dieser Artikel führt dich durch den Prozess, dein diabetisches Kind zu informieren und es dazu zu ermutigen, selbst Kontrolle über seine Behandlung zu übernehmen. Siehe dir Schritt 1 an, um zu beginnen.

Die Situation bewerten

  1. Informiere dich selbst und dein Kind über Diabetes. Sei über die Erkrankung und darüber, wie und warum die Behandlungsmethoden funktionieren, gut aufgeklärt. Sachkundig zu sein und realistische Erwartungen zu haben kann Ängste reduzieren und sowohl den Eltern als auch dem Kind ermöglichen, aktive Teilnehmer des Behandlungsprozesses zu sein.
    • Sei auf dem neuesten Stand, was Behandlungsziele und Veränderungen des Behandlungsplans betrifft. Schreibe dir diese Veränderungen auf, sodass du dich nicht auf deine Erinnerung des Arztbesuchs verlassen musst.
    • Zusätzlich sollte jede Person, mit der das Kind eine beträchtliche Menge Zeit verbringt (z.B. Mutter, Vater, Geschwister, Großeltern, außerschulische Betreuungspersonen) zumindest ein grundlegendes Verständnis von Diabetes haben.
  2. Schätze ein, ob dein Kind dazu bereit ist, die Einnahme seiner eigenen Medikamente handzuhaben. Beurteile, ob dein Kind dazu bereit ist, seine Medikamente eigenständig einzunehmen, indem du seine Fähigkeiten, sich an ein Arzneimittelregime (z.B. kontrollieren, ob die Medikamente zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgebraucht sind) zu halten, die Medikamentenversorgung zuhause alleine im Auge zu behalten, sich selbst Insulin zu verabreichen, und eigenständig die Apotheke für Nachfüllungen der Arzneimittelvorräte anzurufen, überprüfst.
  3. Gehe sicher, dass dein Kind die Symptome eines niedrigen und hohen Blutzuckerspiegels erkennen kann. Bevor dein Kind die Verantwortung für das Handhaben seiner Medikamente übernehmen kann, ist es unerlässlich, dass es lernt, die Symptome eines niedrigen als auch eines hohen Blutzuckerspiegels zu erkennen. Sobald es diese Symptome identifizieren kann, weiß es, wann es Insulin einnehmen, etwas essen, und sich ausrasten muss.
    • Niedriger Blutzucker: Zu den Symptomen eines niedrigen Blutzuckerspiegels gehören Schwitzen, Zittern, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Verwirrung. Im Normalfall muss dein Kind eine Glukosetablette einnehmen, etwas Saft oder Limonade trinken, oder einen Snack essen, um einen niedrigen Blutzuckerspiegel zu stabilisieren.
    • Hoher Blutzucker:: Zu den Symptomen eines hohen Blutzuckerspiegels gehören häufiges Urinieren, vermehrter Durst, ein trockener Mund, verschwommenes Sehen, Erschöpfung und Übelkeit. Zur Stabilisierung eines hohen Blutzuckerspiegels könnte eine zusätzliche Insulinspritze zur „Korrektur“ nötig sein.
  4. Erlaube deinem Kind, die Verantwortung für das Handhaben seiner Krankheit selbst zu übernehmen. Es kann schwierig sein, das richtige Gleichgewicht zwischen den Verantwortungen der Eltern und des Kindes zu finden.
    • Einer der Hauptgründe dafür ist, dass sich die Eltern-Kind-Beziehung erheblich mit dem Alter des Kinds verändert. Bei kleinen Kindern wird die Beziehung von den Eltern dominiert, jedoch nehmen Kinder und Jugendliche im Laufe der Zeit mehr Verantwortung an sich und werden schließlich viel unabhängiger.
    • Die beste Weise, um diese Erkrankung handzuhaben und zu bewältigen, unterscheidet sich von Familie zu Familie und von Patient zu Patient. Allerdings ist es wichtig, dass dein Kind lernt, Verantwortung für seine Krankheit zu übernehmen und versteht, dass das Einhalten seines Behandlungsplans kein verhandelbares Thema ist.
  5. Finde einen geeigneten Facharzt. Einen Facharzt zu finden, mit dem sich sowohl du als auch dein Kind wohl fühlen ist unerlässlich zur Handhabung von Jugenddiabetes. Du und dein Kind sollten mit dem Arzt offen sprechen, sodass er oder sie dabei helfen kann, Hindernisse zu überwinden und einen Plan zu entwerfen, um den Diabetes deines Kinds erfolgreich zu bewältigen.
    • Mit dem richtigen Facharzt solltest du dazu in der Lage sein, Lösungen für Probleme zu suchen und zu erkennen, wie etwa die Angst vor Infektionen, soziale Ängste, welche die Krankheit betreffen, Konflikte zwischen Lebensstil und der Handhabung des Diabetes und Sorgen über das Übernehmen von zu viel oder zu wenig Verantwortung.
    • Erwarte von deinem Arzt einen respektvollen Umgang und dir und deinem Kind gegenüber eine Empfänglichkeit für die Präferenzen, Bedürfnisse, und Werte, unabhängig vom Alter deines Kinds. Sowohl du als auch dein Kind sollten sich während jedem Treffen Notizen machen und sich nicht davor scheuen, Fragen zu stellen oder Vorschläge zu machen.

Deinem Kind erlauben, Verantwortung zu übernehmen

  1. Entwickle eine Beziehung, die auf Ehrlichkeit und Vertrauen aufbaut. Es ist wichtig, mit deinem Kind eine Beziehung aufzubauen, die auf Ehrlichkeit und Vertrauen basiert. Das erreichst du durch regelmäßiges Kommunizieren auf eine gegenseitig respektvolle und konstruktive Weise. Eltern müssen ihrem Kind ermöglichen, ohne Angst, Wut oder Vorwürfe ihre Fehler oder Probleme einzugestehen. Diese Dinge passieren eben!
    • Wenn der Weg „holprig“ wird, solltest du diese Gelegenheiten für das Suchen von Abhilfen und Lösungen, und nicht für Vorwürfe nutzen. Beginne Sätze nicht mit „du hast nicht...“, „du hättest … sollen“, „warum hast du...“ und ähnlichen Vorwürfen.
    • Arrangiere einen Terminplan für dich und dein Kind, um Zeiten festzulegen, zu denen ihr euch regelmäßig beieinander meldet. Einigt euch auf eine Zeit und gestalte sie so entspannt wie möglich: Eine kurze SMS während der Schulpause, oder bei einer Tasse Tee nach dem Essen, wenn die Hausaufgaben erledigt wurden – was auch immer für euch am besten funktioniert.
  2. Einigt euch auf eine Vorgehensweise, falls das Verhalten deines Kinds nicht die Erwartungen erfüllt. Sei mit deinem Kind konkret darüber, was eine adäquate Ausübung seiner Verantwortungsbereiche ausmacht. Einigt euch auf eine Vorgehensweise, falls sein Verhalten die Erwartungen verfehlt. Betrachte dies nicht als eine Strafe, sondern als eine gemeinsame und unterstützende Maßnahme, um ein Ziel zu erreichen.
    • Zur Vermeidung von Unklarheiten kann ein schriftlicher „Vertrag“ entworfen und an einem gut sichtbaren Ort (jedoch nicht, wo er von Nicht-Familienmitgliedern gesehen werden kann) aufgestellt werden. Dieser Vertrag sollte sowohl die einzelnen Rollen der Eltern als auch des Kinds zusammenfassen.
    • Sei dir darüber bewusst, dass Höhen und Tiefen, vor allem während stressigen Zeiten (wie etwa bei Prüfungen oder persönlichen Schwierigkeiten), auftreten werden. Als ein Elternteil, wirst du zu diesen Zeiten möglicherweise mehr „zupacken“ müssen.
  3. Bitte dein Kind, zu allen Zeiten ein medizinisches Armband oder eine ähnliche Kennzeichnung zu tragen. Es ist wichtig, dass Menschen, die an einer chronischen Erkrankung wie Diabetes leiden, medizinische Armbänder tragen, um dafür zu sorgen, dass sie in Notfällen eine angemessene medizinische Versorgung erhalten.
    • Leider weigern sich viele Kinder und Erwachsene, ein medizinisches Armband zu tragen, weil sie diese „uncool“ finden. Es ist wichtig, dass du deinem Kind die Wichtigkeit, ein solches Armband zu tragen, einschärfst, und sie wissen lässt, dass es dir mehr innere Ruhe verschaffen würde.
    • Heutzutage gibt es zahlreiche Alternativen zum üblichen medizinischen Armband, die weniger auffällig sind, wie etwa Schmuckanhänger, Dog Tags, medizinische Silikonarmbänder mit individueller Gravur, und andere. Die verschiedenen Möglichkeiten kannst du online durchstöbern.
  4. Sei dir darüber bewusst, dass viele junge Diabetiker eine Nadelphobie entwickeln. Eine der schwierigsten Themen, mit denen jugendliche Diabetiker und ihre Eltern zurechtkommen müssen, ist die Nadelphobie. Sie kann ein großes Hindernis für das regelmäßige Verabreichen von Insulininjektionen sein, weshalb so schnell wie möglich eine Lösung gefunden werden muss.
    • Suche deine Diabetesschwester oder deinen Diabetesberater auf, um Unterstützung oder Ratschläge zu erhalten. Du solltest ebenfalls online nach Informationen suchen – es gibt zahlreiche Seiten, die eine Vielzahl an Tipps und Tricks für das Bekämpfen einer Nadelphobie anbieten.
    • Zu den Dingen, die deinem Kind dabei helfen können, eine Nadelphobie zu überwinden, gehören: Das Injizieren von Insulin in andere Körperteile, wie dem Oberschenkel oder Gesäß (auch als Test an alternativen Stellen, eng. AST bekannt), das Injizieren an unterschiedlichen geographischen Orten – im Haus eine Freundes, einem Restaurant oder im Zug, oder das Verabreichen des Insulins an einem stillen, entspannenden Ort.
  5. Sprich dich mit dem Schulpersonal ab. Vor jedem Schuljahr ist es wichtig, das Schlüsselpersonal (z.B. Lehrer, Schularzt, Schulpsychologe, Personal für spezielle Bedürfnisse) zu kennen und mit ihnen Treffen zu arrangieren, um den Diabetes deine Kinds zu besprechen. Bereite dich vor und bring Infomaterial für Diabetes mit, als auch den derzeitigen Behandlungsplan und den Medikamenteneinnahmeplan. Ältere Kinder und Teenager sollten bei diesen Treffen ebenfalls anwesend sein.
    • Bespreche etwaige spezielle Regelungen, die für dein Kind während des Schuljahres notwendig sind – wie etwa das Einnehmen von Medikamenten, Verabreichen von Injektionen oder das Essen während des Unterrichts (wenn nötig). Vergiss nicht, dass Schulen gesetzlich dazu verpflichtet sind, den individuellen Bedürfnissen von Kindern mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes nachzukommen.
    • Gehe sicher, dass das Schulpersonal weiß, was im Notfall zu tun ist und wen es kontaktieren soll. Versorge sie mit Medikamenten oder Materialien, mit denen sie die Insulinverabreichung ausprobieren können und sorge für einen einfachen Weg zur Kommunikation, zum Beispiel per Email.

Diabetes verstehen

  1. Verstehe, was Typ-1-Diabetes ist. Typ-1-Diabetes ist eine Art von Diabetes, die bei Kindern und Jugendlichen am häufigsten diagnostiziert wird und früher als Jugenddiabetes bekannt war. Typ-1-Diabetes macht etwa 5% aller Diabetesfälle aus.
    • Typ-1-Diabetes tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr dazu in der Lage ist, Insulin, ein Hormon, welches zur Umwandlung von Zucker, Stärke und andere Lebensmittel in Energie nötig ist, nicht mehr produziert werden kann.
    • Es gibt kein Heilmittel für Typ-1-Diabetes, jedoch kann es mithilfe von täglichen Insulinspritzen, der Kontrolle des Blutzuckerspiegels und entsprechender Ernährung behandelt und kontrolliert werden.
  2. Mach dich mit den Medikamenten vertraut, die zur Behandlung von Diabetes verwendet werden. Da Personen mit Typ-1-Diabetes nicht dazu fähig sind, selbst Insulin zu produzieren, ist eine Behandlung mit regelmäßigen Insulinspritzen erforderlich. Jedoch unterscheidet sich die nötige Art von Insulin und die Häufigkeit der Injektionen von Person zu Person.
    • Um den Insulinbedarf zu bestimmen, muss eine diabetische Person ihren Blutzuckerspiegel vorsichtig überwachen. Dies kann sie mithilfe eines Blutzuckermessgeräts (meist mit einem Fingerstich), welches mindestens vier Mal am Tag benutzt wird, vornehmen. Sobald der Blutzuckerspiegel gemessen wurde, kann Insulin je nach Bedarf verabreicht werden.
    • Zu den häufigsten Arten von Insulin gehören schnellwirkendes Insluin, kurzwirkendes Insulin, langwirkendes Insulin und mittelwirkendes Insulin. Je nach dem Alter und den individuellen Bedürfnissen der Person könnte der Arzt eine Kombination aus diesen Insulintypen verschreiben, die zu verschiedenen Zeiten tagsüber oder nachts eingenommen werden müssen.
  3. Wisse, dass eine gesunde Ernährung für die Kontrolle von Diabetes unerlässlich ist. Eine gesunde Ernährung kann viel zur Kontrolle von Diabetes und der Vermeidung von ernsthaften Komplikationen, die von der Erkrankung verursacht werden, beitragen.
    • Entgegen dem, was bisher geglaubt wurde, müssen sich Diabetiker nicht auf eine langweilige, fade Ernährung beschränken oder ganze Lebensmittelgruppen streichen. Sie können eine abwechslungsreiche Ernährung praktizieren, vorausgesetzt sie beinhaltet viele gesunde, nährstoffreiche Lebensmittel.
    • Diabetiker müssen sich an eine Ernährung halten, die viel Obst, Gemüse und Vollkorn beinhaltet. Sie sollten fettreiche Lebensmittel meiden, da diese langsamer verdaut werden und ein paar Stunden, nachdem sie gegessen wurden, den Blutzuckerspiegel nach oben schießen lassen.
    • Sprich mit einem Ernährungsberater, um den Speiseplan zu bestimmen, der am besten für die Gesundheitsbedürfnisse und Ziele deines Kinds geeignet ist.

Tipps

  • Es gibt oftmals alternative oder „kreative“ Wege, um Diabetes handzuhaben und trotzdem dem sozialen Umfeld und Lebensstil gerecht zu werden. Dazu gehören Medikamente (einschließlich Insulin), die zu besseren Zeiten oder in weniger regelmäßigen Abständen genommen werden müssen oder technische Hilfsmittel, mit denen die Handhabung vereinfacht wird (z.B. Geräte zur Insulinverabreichung).
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