Ein Flugzeug notlanden

Опубликовал Admin
7-10-2016, 02:25
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Hast du dich jemals gefragt was passiert, wenn ein Pilot das Bewusstsein verliert? Wenn sonst niemand an Bord ist der das Flugzeug landen kann, kann deine Sicherheit davon abhängen, dass du die richtigen Entscheidungen triffst. Du wirst wahrscheinlich über Funk von jemandem angeleitet, aber diese Übersicht zeigt dir schon einmal, worauf du dich einzustellen hast. Auch wenn dieses Szenario mehr in die Welt des Films und des Fernsehens gehört, kein untrainiertes Individuum musste jemals wirklich ein Flugzeug alleine landen, ist es doch mit ein paar wichtigen Fähigkeiten und ein wenig Hilfe von der Flugkontrolle zu überstehen.

Teil 1 von 2: Vorbereitende Maßnahmen

  1. Nimm Platz. Der Pilot sitzt in der Regel auf dem linken Sitz, von wo aus die wichtigsten Instrumente zu erreichen sind (vor allem in leichten einmotorigen Maschinen). Lege den Sicherheitsgurt und ggf. Schultergurt an. Trotzdem ist es bei den meisten Flugzeugen möglich, das Flugzeug von beiden Sitzen aus erfolgreich zu landen. Berühre noch nicht die Bedienelemente! Größere Flugzeuge haben einen Autopiloten, welcher beim Bewegen der Steuerung deaktiviert wird. Lass diesen vorläufig an.
    • Der bewusstlose Pilot sollte natürlich nicht auf den Steuerinstrumenten (dem Flugzeugäquivalent eines Lenkrads) liegen. Einige Flugzeuge haben links vom Sitz des Kapitäns einen Seitenknüppel, der als Joystick dient.
  2. Atme tief durch. Du bist wahrscheinlich von der Menge an Eindrücken und dem Ernst der Lage überwältigt. Versuche tief einzuatmen, um dich zu konzentrieren. Nimm einen langsamen, tiefen Atemzug, um die Kontrolle über deinen Körper zu bekommen.
  3. Stabilisiere das Flugzeug. Wenn das Flugzeug sinkt, steigt oder sich dreht, bringe das Flugzeug zuerst in eine stabile Lage. Halte dich an den Horizont. Endlich zahlen sich all die Tage vor der Videokonsole aus!
    • Achte auf die Lagekontrolle. Manchmal auch als "künstlicher Horizont" bezeichnet. Dieser zeigt im Kleinformat an, in welcher Position man sich zum Horizont befindet. Oben ist blau (wie der Himmel) und unten ist braun. Bei älteren Modellen ist der künstliche Horizont in der obersten Reihe der Instrumente aufzufinden. Bei neueren Flugzeugen kann dieses auch eine digitale Anzeige sein, welche auf dem Display für den Piloten angezeigt wird. Die Anzeige gibt dir wichtige Informationen, wie deine Fluggeschwindigkeit (in Knoten), die Grundgeschwindigkeit (ebenfalls in Knoten), die Flughöhe (in Meter oder Fuß) und die Richtung. Es sollte auch anzeigen, ob der Autopilot eingeschaltet ist (meistens mit einer Anzeige AP oder CMD).
    • Korrigiere den Sink- oder Steigflug und drehe das Flugzeug in eine gerade Position, so dass auf dem künstlichen Horizont das Flugzeug absolut waagerecht angezeigt wird. Wenn dieses bereits der Fall sein sollte, rühre nichts weiter an und mache beim nächsten Schritt weiter. Wenn du Sink- oder Steigflug ausgleichen musst, ziehe den Hebel oder Stick in deine Richtung, um die Nase nach oben zu bringen, oder drücke ihn nach vorne, um die Nase zu senken.
  4. Aktiviere den Autopiloten. Wenn du die Lage korrigiert hast, ist der Autopilot wahrscheinlich nicht mehr aktiv. Nun muss man ihn wieder anschalten, indem man den Knopf mit der Bezeichnung "AUTOPILOT", "AUTO FLIGHT", "AFS", "AP" oder etwas Ähnlichem drückst. Bei Passagierflugzeugen befindet sich dieser mittig von den Instrumenten, von wo aus beide Piloten ihn problemlos erreichen können. Während des normalen Flugs sollte der Autopilot sowieso eingeschaltet sein.
    • Wenn das Flugzeug dadurch ungewollte Manöver ausführt, musst du ihn wieder ausschalten, indem du alle Knöpfe an der Steuerung drückst, wovon einer auch den Autopiloten abschalten wird. Um das Flugzeug in einer stabilen Lage zu behalten, ist es in der Regel das beste, den Autopiloten anzuschalten. Die Elektronik übernimmt dann den Flug in stabiler Lage. Menschen die es nicht gewöhnt sind, Flugzeuge zu fliegen, neigen dazu, das Flugzeug zu übersteuern.

Teil 2 von 2: Die Landungsprozedur

  1. Rufe über Funk nach Unterstützung. Mache das Mikrofon ausfindig, welches normalerweise unterhalb des Fensters beim Pilotensitz aufzufinden ist und nutze es wie einen CB-Funker. Entweder über das Mikrofon direkt oder über das Headset des Piloten, hält man den Knopf am Mikrofon gedrückt und wiederholt dann "Mayday" drei Mal, gefolgt von einer kurzen Beschreibung des Notfalles (Pilot bewusstlos usw.). Denke daran den Knopf wieder loszulassen, damit du die Antwort hören kannst. Ein Towerlotse am Flughafen wird nun den Flug und die Landung per Funk mit Anweisungen unterstützen. Hör gut zu und beantworte die Fragen des Fluglotsen so gut du kannst, denn umso besser können sie dich unterstützen.
    • Du kannst auch alternativ das Headset des Piloten aufsetzen und den „Push-to-talk“ Knopf drücken, der sich auf dem Steuerhebel befindet. Allerdings befindet sich dort auch der Knopf für den Autopiloten und wenn du diesen aus Versehen drückst, kannst du den Autopiloten durcheinander bringen. Halte dich besser an den Handfunk.
    • Versuche auf der Frequenz um Hilfe zu rufen, auf der du dich gerade befindest. Auf dieser hat der Pilot kurz vorher noch kommuniziert. Verwende die Wörter „May-Day, May-Day“ gleich zu Beginn deines Funkspruchs. Sollte nach mehrmaligen Versuche keine Reaktion erfolgen und du weißt, wie man die Frequenz wechseln kann, versuche auf 121.50 MHz um Hilfe zu rufen.
      • Wenn auf den Anzeigen irgendwo ein rotes Licht oder eine rote Lampe leuchtet, gib es über Funk durch. Unter dem Licht ist eine Beschreibung, wofür die Lampe steht, z.B. Generator oder niedrige Spannung.
    • Wenn du den Transponder in der Funkeinheit finden kannst (dieser hat vier Anzeigen mit Nummern von 0-7, normalerweise ziemlich weit unten), stelle ihn auf 7700 ein. Das ist ein Notfall Code, welcher sofort die Flugverkehrskontrolle alarmiert, dass ein Notfall besteht.
  2. Verwende im Funk die Kennung des Flugs. Die Kennung findest du auf der Anzeige (unglücklicherweise gibt es dafür keinen standardmäßigen Ort, aber du findest sie immer irgendwo auf der Anzeige für die Instrumente). Die Luftfahrzeugkennung für Flugzeuge aus Deutschland beginnen immer mit einem D. (z.B. D-G123). Da ein D über Funk manchmal schwer zu verstehen sein kann, sage am besten Dora. Damit identifizierst du das Flugzeug eindeutig und der Fluglotse bekommt wichtige Informationen über das Flugzeug und kann dir besser helfen.
    • Wenn du auf einem kommerziellen Flug bist (also in einem Flugzeug einer Fluglinie, wie z.B. Lufthansa, US Airways, usw.) wird das Flugzeug nicht mit seiner D-Nummer bezeichnet. Der Flug wird besser durch seine Flugnummer beschrieben. Manchmal haben Piloten einen Aufkleber im Cockpit, um sie an die Flugnummer zu erinnern. Frage am besten eine Flugbegleiterin, wie die Flugnummer lautet. Wenn du den Funkspruch machst, nenne zuerst die Fluggesellschaft und dann die Flugnummer. Wenn die Flugnummer z.B. 123 lautet und du mit Lufthansa fliegst, sollte deine Funkkennung Lufthansa 1-2-3 lauten. Lies die Zahl nicht im Ganzen, sondern jede Ziffer einzeln, sage also nicht, „Lufthansa Einhundertdreiundzwanzig“.
  3. Halte eine sichere Geschwindigkeit. Behalte die Geschwindigkeitsanzeige im Auge (normaler Weise mit ASI, Airspeed oder Knoten beschriftet), welche sich meistens im oberen linken Bereich der Instrumente befindet. Die Geschwindigkeit wird entweder in Meilen pro Stunde (MPH), Kilometer pro Stunde oder Knoten (Knots) angezeigt. Ein kleiner Zweisitzer sollte nicht mit weniger als 70 Knoten geflogen werden. Ein richtig Großes Flugzeug (Jumbo) nicht mit weniger als 180 Knoten. Im Zweifelsfall sollte die Nadel sich immer im grünen Bereich befinden, bis du etwas anderes über Funk hörst.
    • Wenn das Flugzeug plötzlich an Geschwindigkeit zulegt, du aber nichts gemacht hast, befindet sich das Flugzeug wahrscheinlich im Sinkflug, du musst also den Steuerhebel vorsichtig zu dir ziehen. Bei Sinkender Geschwindigkeit, senke die Nase vorsichtig, um wieder Geschwindigkeit zu gewinnen. Gerade in Bodennähe darf nicht zu langsam geflogen werden, da dort schneller der Auftrieb verloren gehen kann.
  4. Beginne den Sinkflug. Der Fluglotse sollte dich über das Landeanflugmanöver informieren und zu einem sicheren Landeplatz navigieren. Höchstwahrscheinlich wird die Landung auf einer Landbahn auf einem Flughafen stattfinden. Unter besonderen Umständen musst du aber vielleicht auf einem Feld oder einer Straße landen. Wenn du landen musst und keinen Flughafen finden kannst, suche nach einer Stelle ohne Stromleitungen, Bäume oder anderen Hindernissen.
    • Um den Sinkflug einzuleiten, ziehe den Gashebel zurück, bis die Geräusche der Motoren etwas leiser geworden sind - aber nicht weiter. Das ist unmöglich zu verallgemeinern, aber du solltest den Gashebel nicht mehr als 0,5 bis 1 Zentimeter zurückziehen. Dabei muss die Geschwindigkeitsnadel im Grünen Bereich bleiben. Die Nase des Flugzeugs sollte sich von ganz alleine senken, ohne das du den Steuerknüppel betätigen musst.
    • Wenn du ständig an der Steuerung arbeiten musst, um das Flugzeug stabil zu halten, muss die Steuerung getrimmt werden. Sonst kann das für dich ziemlich anstrengend und ablenkend werden mit der Zeit. Die Trimmsteuerung ist ein Rad mit ca. 8-15 cm Durchmesser. Es befindet sich meistens auf Höhe deiner Knie, auf einer deiner Seiten. Es ist schwarz mit kleinen Beulen an den Seiten. Während du etwas Druck auf die Steuerung ausübst, drehe an dem Rad. Wenn der Druck stärker wird, drehe das Rad in die andere Richtung, bis die Steuerung für dich angenehm ist. Anmerkung: In einigen kleineren Flugzeugen befindet sich die Trimmsteuerung auf Kopfhöhe und hat die Form einer Kurbel. Manchmal kann die Trimmung auch als ein Schalter auf dem Steuerhebel gefunden werden. Normalerweise links oben. Wenn das Flugzeug den Steuerhebel zu dir drückt, drücke den Trimmungshebel runter, wenn der Hebel weggedrückt wird, drücke die Trimmung hoch.
  5. Mache dich an die Landung. Diverse Landehilfen (z.B. Bremsklappen) helfen dir beim Landen, ohne dass man Auftrieb verliert. Klappe das Fahrwerk aus, sollte es einfahrbar sein. Wenn das Fahrwerk fest ist, ist es immer ausgeklappt und du muss nichts weiter unternehmen. Der Hebel für das Fahrwerk (der Griff ist rund) befindet sich meistens rechts von der Hauptkonsole, oberhalb des Knies des Copiloten. Wenn du auf Wasser landen musst, muss das Fahrwerk eingeklappt bleiben.
    • Kurz vor der Bodenberührung muss die Nase des Flugzeuges wieder angehoben werden, damit zuerst auf den Hauptreifen gelandet wird. In einem kleinen Flugzeug sind das ungefähr 5 bis 7 Grad, in größeren Flugzeugen bis zu 15 Grad.
    • Bei großen Maschinen, aktiviere, wenn vorhanden, den Gegenschub. Bei Boeing Maschinen befindet sich dieser vor dem Schubhebel in der Mitte der beiden Sitze. Ziehe alle Hebel ganz nach hinten, um vollen Gegenschub zu erreichen, damit das Flugzeug zum Stillstand kommt. Wenn du dir nicht sicher bist, ziehe einfach den Hebel für den Gegenschub so schnell und fest zurück, wie du kannst.
    • Bringe den Gashebel in die Ruhestellung, indem du ihn ganz zu dir ziehst, bis du die Aufschrift Ruhe oder Idle erreichst. Der schwarze Hebel befindet sich normalerweise zwischen dem Piloten und dem Copiloten.
    • Betätige vorsichtig die Bremsen, indem du auf die Pedale für die Seitenruder trittst. Verwende genug Druck, um das Flugzeug, ohne ins Rutschen zu geraten, zum Stillstand zu bringen. Die Ruder-Pedale werden genutzt, um das Flugzeug auf dem Boden zu lenken. Verwende diese nicht zum Lenken, wenn das Flugzeug nicht von der Landefläche abkommt.
  6. Gratulation! Sobald du Hilfe für den bewusstlosen Piloten bekommen hast, kannst du endlich selbst umkippen. Mach es dir bequem, du hast es verdient. Und wenn du jemals wieder ein Flugzeug zu Gesicht bekommen oder sogar wieder in eines einsteigen willst, hast du vielleicht das Zeug dazu und solltest dir überlegen, ob du nicht Flugstunden bei einem zertifizierten Fluglehrer nehmen willst. Oder auch nicht. Vielleicht schreibst du lieber ein Buch über deine Erlebnisse.

Tipps

  • Führe jede Änderung an den Instrumenten langsam durch und warte ab was passiert. Schnelle und hastige Bewegungen können schnell zu Kontrollverlust führen.
  • Flugsimulationen, wie X-Plane oder Flight Sim, können dabei behilflich sein, die Instrumente und das Verhalten von Flugzeugen kennen zu lernen.
  • Er gibt keine allgemeine Regeln, die man für den Schubregler vermitteln könnte. Wie bei allem, sollte er mit Vorsicht und Achtsamkeit bewegt werden. Und trotzdem muss man ihn situationsbedingt schnell und entschieden bedienen können.
  • Finde einen Piloten mit X-Plane oder Microsoft Flight Simulator. Bitte ihn darum ein Flugzeugtyp zu konfigurieren, der dem entspricht, mit dem du bald fliegen wirst. Dann lass ihn starten und einen kontrollierten Flug beginnen. Anschließend bist du dran, um das Flugzeug zu landen.

Warnungen

  • Sei bei der Auswahl der Landeflächen sehr sorgfältig. Je größer das Flugzeug, desto länger muss die Landebahn sein. Natürlich dürfen auch keine Hindernisse im Weg sein (Stromleitungen, Gebäude, Bäume, usw.). Du kannst das Flugzeug auch auf einer breiten Autobahn landen, allerdings sollte dafür kein Verkehr herrschen.
  • Diese Anleitung ist nur für Notfallsituationen gedacht. Die hier beschriebenen Schritte sind nicht zum eigenhändigen Erlernen von Flugmaschienen gedacht.
  • Bei all den tollen Tipps und Anleitungen, die oben genannt werden, ist jedoch eins am aller wichtigsten - das Flugzeug zu fliegen! Selbst erfahrene Piloten sind in Krisensituationen schon so sehr abgelenkt worden - durch das Funken mit dem Fluglotsen, dem Ausschau halten von Landeplätzen oder Ähnlichem - dass sie ganz vergessen haben, das Flugzeug einfach zu fliegen, mit katastrophalen Folgen. Solange das Flugzeug in der Luft ist, hat man alle Zeit der Welt um sich um die anderen Schritte zu kümmern.
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