Mit Stigmen umgehen

Опубликовал Admin
11-11-2016, 22:36
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Es ist noch gar nicht allzu lange her, dass die Menschen entdeckt haben, dass “anders sein” nicht ansteckend ist. Leider es ist bis heute immer noch nicht ins Allgemeinverständnis übergegangen. Egal ob sich Unterschiedlichkeit als das Resultat von Kontakt mit Gift bzw. einer Krankheit oder Besessenheit von Dämonen oder Magie oder Teufelei äußert, die menschliche Ignoranz hat traditionellerweise empfohlen, sich fern davon zu halten. Diese tiefsitzenden Vorurteile lassen sich unglücklicherweise nur langsam abbauen und die Überzeugungen vieler Menschen haben mit Hinblick auf Mitgefühl und Barmherzigkeit nach wie vor Aufholbedarf. Gleichgültig ob du im Rollstuhl sitzt bzw. fettleibig, schwul, bipolar, blind oder autistisch bist, Stigmen sind etwas, das wir tagtäglich bekämpfen müssen. Um mit diesen Stigmen umgehen zu können, lerne, was für ein erstaunliches Individuum du bist und hilf anderen dabei, mehr über dich zu erfahren.

Methode 1 von 6: Dich deiner Identität bewusst werden und diese behaupten

  1. Begreife, dass du nicht dein eigenes Stigma bist. Hat, als du heute morgen aufgewacht bist, dein Stigma dir die Zähne geputzt? Hat dein Stigma dir gestern Abendbrot gemacht? Lieben deine Familie oder deine Freunde dein Stigma? Richtig: es handelt sich hierbei um zwei völlig verschiedene Dinge. Wenn Menschen, die dich wirklich mögen, dich anschauen, dann sehen sie “dich” als Person. Wenn du dich also selbst betrachtest, dann solltest auch du “dich” sehen.
  2. Lege deine Einstellung zu deiner Identität nach deinen eigenen Vorstellungen neu fest. Es ist wichtig zu wissen, dass die Einstellung zur eigenen Identität nicht statisch ist. Wir alle haben bis zu einem gewissen Grad die Freiheit, unsere Identität anders zu definieren, gleichgültig wie wir von anderen behandelt werden.
    • Verbringe einige Zeit mit dir alleine, um herauszufinden, was du wirklich gerne machst.
    • Erstelle eine Liste mit deinen positive Eigenschaften. Diese kann Angewohnheiten beinhalten oder auch Verhaltensmuster und Überzeugungen.
    • Erstelle eine Liste deiner Charaktereigenschaften, an denen du arbeiten kannst. Du könntest zum Beispiel aufschreiben “Ich halte mich normalerweise von Konfrontationen fern und ich gebe den Forderungen anderer zu leicht nach.”
    • Erstelle eine Liste mit den Dingen, die du an dir ändern möchtest und was du tun musst, um diese Veränderungen zu bewerkstelligen. Wenn du zum Beispiel den Forderungen anderer nicht mehr so einfach nachgeben möchtest, dann könntest du aufschreiben “Ich möchte lernen, selbstbewusster zu werden.” Anschließend solltest du vielleicht an einem Kurs zur Stärkung des Selbstbewusstseins teilnehmen.
    • Diese Schritte werden dir dabei helfen, dich in auf eine Weise zu betrachten, die dein Stigma nicht sofort in den Vordergrund stellt.
  3. Fokussiere dich auf andere Teile deines Selbst. Dein Stigma mag unter Umständen zwar Teil deiner Persönlichkeit sowie Teil der Herausforderungen sein, denen du dich in diesem Leben stellen musst, es definiert dich jedoch nicht als Person. Menschen, die im Rollstuhl sitzen, können immer noch Fallschirmspringen. Menschen, die schwerhörig sind, können sich immer noch unterhalten. Um dies zu tun, müssen sie lediglich einen anderen Weg finden, aber das hindert sie nicht daran, ein erfülltes Leben zu führen.
    • Unabhängig davon, ob dein Stigma ersichtlich ist oder nicht, man kann alles bewerkstelligen. Sichtbare Stigmen wären, im Rollstuhl zu sitzen oder blind zu sein. Nicht sichtbare Aspekte wären HIV, eine Nierenkrankheit, MS und alles andere, was nicht die sofortige Aufmerksamkeit erweckt. Hinter deinem „Zustand” jedoch, existierst noch du. Dein Humor, deine Schlagfertigkeit, dein Lächeln und andere Aspekte, die zu dir gehören, können ins Rampenlicht gestellt werden.
    • Nimm dir Zeit, Dinge zu einzuüben, mit denen du dich hervortun kannst. Das wird anderen Menschen dabei helfen, dich in einem anderen Licht zu betrachten.
  4. Setze dir positive gedankliche Erinnerungen. Dein Stigma zu managen, kann sich als sehr schwierige Aufgabe herausstellen. Von daher ist es hilfreich, eine Art gedankliche Erinnerung oder ein Mantra zu haben, das dir hilft, deine Aufmerksamkeit von Dingen abzulenken, die dich im Augenblick beschäftigen, um dir zu ermöglichen, dich neu fokussieren zu können.
    • Stelle dir zum Beispiel eine Person oder eine Platz vor, der dich glücklich macht. Oder erinnere dich daran, dass nicht jeder mit Hinblick auf dein Stigma unwissend ist. Erinnere dich jener Menschen, die dich in deinem Leben unterstützen.
    • Was deine eigenen Gedanken betrifft, stelle fest, ob diese meistens eher negativ oder eher positiv sind. Wenn du dich selbst nicht akzeptieren kannst, dann ist dies für die Menschen in deiner Nähe ebenfalls schwierig.
  5. Sei hinsichtlich deiner Fähigkeiten zuversichtlich. Denke niemals, dass du aufgrund deiner Behinderung etwas nicht machen kannst. Probiere neue Hobbys oder Aktivitäten aus. Wenn du physisch Probleme damit hast, etwas zu tun, wie zum Beispiel Basketballspielen, dann suche dir eine Rollstuhlbasketballmannschaft. Eine positive Einstellung zu haben und neue Dinge auszuprobieren, sind die ersten Schritte, dein Selbstbewusstsein aufzubauen.

Methode 2 von 6: Über Stigmen sprechen

  1. Teile nur das mit, was du preisgeben möchtest. In Deutschland gibt es Gesetze, die dich davor schützen, deine Behinderung, sexuelle Orientierung, usw. an Orten wie zum Beispiel Schule oder Arbeitsplatz preiszugeben. Wenn du aufgrund einer versteckten Behinderung oder einem anderen Grund stigmatisiert werden könntest, dann fühle dich nicht gezwungen, dein Stigma gegen deinen Willen preiszugeben.
    • Wenn du dich zum Beispiel auf eine Stelle bewirbst, dann musst du deine Behinderung bzw. dein Stigma nicht preisgeben. Falls du dich doch dazu entscheiden solltest, dann muss diese Information vertraulich und respektvoll behandelt werden.
  2. Sprich mit Familie und Freunden über sichtbare Stigmen. Sofern es dir nicht unangenehm ist, kannst du auch mit anderen Menschen in deinem Leben über deine sichtbaren Stigmen sprechen. Sichtbare Stigmen sind für andere sofort ersichtlich, wie zum Beispiel im Rollstuhl sitzen oder blind sein. Sichtbare Stigmen erfordern oftmals Strategien hinsichtlich der Handhabung von Gesprächen über das Stigma. Auf diese Weise wird eine offene Diskussion erleichtert.
    • Fange mit den Menschen an, die dir am nächsten sind. Somit kannst du dich allmählich damit vertraut machen, über derartige Themen auf eine von dir bevorzugte Weise zu sprechen. Wenn du anschließend mit Bekannten oder Fremden über das Stigma sprechen möchtest, hast du bereits einige Erfahrungen im Beantworten von Fragen gesammelt, die dir möglicherweise gestellt werden können.
    • Fühle dich nicht dazu gezwungen über dein Stigma zu sprechen. Dies ist deine persönliche Entscheidung und sollte von niemandem außer dir getroffen werden.
    • Über sichtbare Stigmen zu sprechen, kann manchmal sehr kompliziert sein. Dies ist auf die unmittelbare soziale Peinlichkeit zurückzuführen, die durch Vorurteile anderer hervorgerufen wird.
  3. Entscheide, wie viel du von deinen nicht sichtbaren Stigmen preisgeben möchtest. Wenn um dich herum über nicht Sichtbares stigmatisiert wird, wie zum Beispiel sexuelle Orientierung oder das Vorhandensein einer nicht sichtbaren Krankheit, dann überlege gut, ob du mit anderen Menschen darüber sprechen möchtest. Das Umgehen mit nicht sichtbaren Stigmen ist ein andauernder Prozess. Für eine stigmatisierte Person ist es das Beste, permanent verschiedene Wege auszuprobieren, darüber zu sprechen oder aber spezifische Zustände zu ignorieren, um herauszufinden, welches die angenehmste Art ist, seine Stigmen anderen preiszugeben.
  4. Denke über das Ziel deiner Unterhaltung über nicht sichtbare Stigmen mit einer anderen Person nach. Während du am herausfinden bist, wie viel du mit einer anderen Person teilen möchtest, denke auch darüber nach, was du damit erreichen möchtest. Möchtest du zum Beispiel die andere Person dazu bringen, damit aufzuhören, Bemerkungen über Depressionen zu machen? Möchtest du, dass die andere Person mehr Verständnis für schwule Menschen aufbringt?
  5. Entscheide dich, wie du diese persönliche Information mit der anderen Person teilen möchtest. Wenn du dir über deine Ziele im Klaren bist sowie wie viel Informationen du teilen möchtest, denke darüber nach, auf welche Art und Weise du das Ganze teilen möchtest. Experimentiere mit verschiedenen Kommunikationstechniken und Medien, mit Hilfe derer du diese Ziele erreichen kannst.
    • Angenommen, dein Ziel ist es, eine andere Person einfach nur über deine traditionell stigmatisierte Situation zu informieren. Du hoffst dabei, dass mögliche, daraus resultierende, negative Konsequenzen vermieden werden können. Es wäre in diesem Fall das beste, eine E-Mail oder einen Brief zu schreiben, in dem die Details dieser Situation dargelegt werden. Auf diese Weise kannst du Informationen teilen und dabei lediglich ein Minimum an psychologischem Stress produzieren.
  6. Kläre andere über deine Identität auf. Mit Statistiken zu argumentieren, kann eine schwierige Situation entschärfen. Wenn dir jemand zum Beispiel entgegenwirft, dass Depressionen “nicht real” sind, dann teile dieser Person mit, dass Depressionen in den USA der Hauptgrund für Behinderungen in der Altersgruppe 15-44 sind. Wenn für Menschen wie diese mehr Aufklärung hinsichtlich Gemütszustandsstörungen vorhanden wäre, dann wäre die Selbstmordrate niedriger.

Methode 3 von 6: Anderen helfen, sich wohlzufühlen

  1. Bitte andere um Hilfe. Dazu benötigt man zunächst einmal Mut, andere jedoch um Hilfestellung zu bitten, ist eine schlaue Art, diesen ein angenehmes Gefühl zu vermitteln. Dadurch wird dein Stigma gemildert. Alles in allem, geht es doch um das Wohlgefühl anderer und nicht um Hass oder Angst. Die andere Person weiß eventuell nicht, was zu tun ist. Sie mag sich schrecklich fühlen, nicht zu wissen, was sie tun oder sagen soll. Wenn du der Person grünes Licht gibst, kann sie einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen. Und du hast gedacht, du seist der Einzige, der diesen Konflikt gespürt hat!
    • Wenn du im Rollstuhl sitzt, bitte die andere Person, dir die Tür aufzuhalten, da du Probleme hast, die Türklinke zu erreichen. Wenn du Legastheniker bist, bitte die andere Person, deine Rechtschreibung zu überprüfen. Diese Taktik bricht das Eis in einer normalen, alltäglichen Unterhaltung.
  2. Sprich das Thema an. Mit der Bitte um Hilfe spricht man das Thema an, jedoch benötigt nicht jede Identitätsposition zusätzliche Hilfe von anderen. Übe, das Thema direkt anzusprechen.
    • Versuche etwas zu sagen wie “Du wunderst dich wahrscheinlich darüber, wie ich mein Bein verloren/zu stottern angefangen habe/ herausfand, dass ich schwul bin/Krebs bekommen habe. Die meisten Menschen tun das. Ich sage es ihnen meistens...." Das signalisiert der anderen Person, dass sie Fragen stellen kann, denn die meisten Menschen sind neugierig.
    • Einige stigmatisierte Individuen machen Witze, um das Eis in einer solchen Situation zu brechen, als auch, um abzuschätzen, wie sensibel die andere Person hinsichtlich des Stigmas ist. In den meisten Fällen reicht es jedoch aus, sich auf direkte, warme und offene Art auszudrücken, was auch eine großartige Art ist, Unbehaglichkeit abzuschwächen, selbst wenn die Person, die sich dir gegenüber befindet, anfangs einen negativen Eindruck von dir hatte.
  3. Wende die “andere unterstützen” Methode zur Bewältigung an. Diese Methode bezieht Personen ein, denen derartige Zustände unangenehm sind, da sie zu wenig darüber wissen oder nicht sicher sind, wie sie sich dabei verhalten sollen. Bei dieser Methode fühlen sich beide Teile wohl.
    • Bei Anwendung dieser Methode, gehe nicht automatisch davon aus, dass die andere Person über dich urteilt. Unter Umständen weiß diese Person ja nichts von deinem Stigma. Sei deshalb geduldig und offen. Entscheide im Zweifelsfall zu Gunsten der anderen Person.
    • Wenn jemand zum Beispiel unsicher ist, weil du im Rollstuhl sitzt, dann mache einige Vorschläge, wobei dieser jemand dir helfen kann und lasse die Person wissen, was du selbst tun kannst.
  4. Vergiss die “Vermeidungs”- und “Wohlfühlzonen”- Methoden. Es gibt zwei allgemeine Methoden, die oft von Menschen angewandt werden, die mit Stigmen umgehen und die du vermeiden solltest. Die “Vermeidungs”- und “Wohlfühlzonen”-Methoden können mitunter schädigend sein.
    • Vermeidungsmethode. Die stigmatisierte Person ist einfach "nur so": Sie vermeidet. Sie vermeidet neue soziale Kontakte mit Personen, die nichts über ihre spezifischen Zustände wissen. Diese Methode wird angewandt, um peinlichen Unterhaltungen auszuweichen sowie Zurückweisungen zu umgehen. Das führt dazu, dass die Person isoliert und einsam ist, da das Eingehen neuer Verbindungen unmöglich gemacht wird.
    • Wohlfühlzonenmethode. Die stigmatisierte Person bewegt sich ausschließlich in einer bestimmten Menschengruppe und geht nur zu bestimmten Orten. Sie fühlt sich nur bei Personen wohl, die sie kennen und schätzen. Aus diesem Grund wird diese Person niemals versuchen, neue Möglichkeiten zu erkunden und neue Erfahrungen zu sammeln. Für sie ist der Gedanke an Ablehnung zu beängstigend.
  5. Begreife, dass Menschen Hilfe brauchen, um dein Stigma zu verstehen. Bedenke, dass die Reaktionen einiger Menschen nicht auf Hass basieren. Es ist vielmehr ein Mangel an Verständnis. Viele Menschen bedenken nicht, dass andere auch ihr Päckchen zu tragen haben. Es ist einfach, solche Menschen als ignorant, gemein und einfach nur dumm abzustempeln. Auch wenn du die volle Last zu tragen hast, gehe einen Schritt zurück und begreife, dass die meisten Menschen unsicher sind, weil sie nicht wissen, was sie sagen oder tun sollen. Das Ergebnis ist, dass sie sich unwohl fühlen.
    • Die meisten Menschen meinen es gut, sie wissen einfach nur nicht, wie sie sich verhalten sollen. Wenn sie nicht mehr weiter wissen, dann entscheiden sich viele dafür, sich einen guten Abgang zu verschaffen, anstatt das falsche zu tun. Es ist schwierig, ein solches Verhalten nicht persönlich zu nehmen. Das einzige, was du tun kannst, ist die “andere unterstützen”-Methode anzuwenden, um ein solches Verhalten zu vermeiden.
  6. Versuche es mit Humor. Wenn dir das nichts ausmacht, dann versuche, die durch dein Stigma entstandene Spannung durch Witze zu entschärfen. Das kann am Anfang unglaublich schwer sein, je mehr du dies jedoch übst, desto einfacher wird es und desto wohler wirst du dich dabei fühlen.
    • Wenn dir auffällt, dass jemand ein wenig nervös ist und das Thema zur Sprache bringen möchte, dann nimm dieser Person die Last von den Schultern und spreche das Thema selbst an. Mache dich über dich selbst lustig und zeige der Person, dass alles in Ordnung ist. Kichere und sage, “Ach du meine Güte, ich bin einfach zu schwul, um den Koffer tragen zu können. Könntest du das für mich tun?" Oder, wenn du dir ein Joghurt von der Theke des Kaffees holst, rufe “Achtung, hier kommt Essen auf Rädern!” Das löst jegliche Spannung.
  7. Fühle dich nicht genötigt, auf dem Thema herumreiten zu müssen. Wenn du mit dem Thema anfängst, dann bekommst du wahrscheinlich ein gutes Gefühl dafür, wie viel die Person wissen möchte. Einige Menschen geben sich damit zufrieden, zu wissen, wie es angefangen hat und wie es sich anfühlt, während andere alle Einzelheiten darüber wissen möchten.
    • Wenn die Fragen weniger werden, dann wechsle einfach das Thema. Schließlich gibt es genug andere Dinge, über die man sich unterhalten kann! Über dies und das zu sprechen, hilft anderen zu erkennen, dass dein spezieller Zustand nichts an der Tatsache ändert, dass du eine multidimensionale Person bist. Es zeigt auch, dass man nicht gezwungenermaßen über dieses Thema sprechen muss, da es nicht das Hauptthema ist. Es ist keine große Sache und nur ein Thema von vielen, über das man sich unterhalten kann. Frage die andere Person nach ihren Hobbys und Interessen. Auch sie möchte im Rampenlicht stehen!
    • Wenn es für dich in Ordnung ist, über alles zu sprechen, dann ist das auch gut. Fühle dich nicht gezwungen über etwas zu sprechen, dass dir nicht angenehm ist. Entwickle Grenzen um diese Themen herum und du wirst anfangen zu lernen, wie du den Menschen sagen kannst, dass du nicht darüber sprechen möchtest. Die meisten Menschen werden deine Wünsche respektieren.
  8. Sei dir darüber im klaren, dass es Menschen gibt, für die dein Stigma nicht okay ist. Nur um das festzuhalten, Menschen, die “nicht” bereit sind, über Themen wie soziale Stigmen und Randgruppen zu sprechen, wird es immer geben. Wenn du dich seit geraumer Zeit mit stigmatisierten sozialen Bedingungen beschäftigt hast, dann wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach automatisch wissen, um welche Menschen es sich hierbei handelt.
    • Für diese Menschen solltest deine Energie besser nicht verschwenden. Interagiere mit ihnen, wenn es sein muss, stelle jedoch sicher, dass du dich mit Menschen umgibst, die toleranter und selbstvertrauender sind.
  9. Lasse das, was du nicht kontrollieren kannst, los. Einige Menschen werden dich, ganz gleich was passiert, unfair behandeln. Wenn dir klar wird, dass du über die Gefühle oder Verhaltensweisen dieser Menschen keine Kontrolle hast, dann befreie dich von Schuld und Verantwortung, die mit deren Gefühlen assoziiert sind. Versuche die Dinge zu akzeptieren, die du kontrollieren kannst und lasse los, was du nicht kontrollieren kannst.
  10. Gehe weg, falls es notwendig ist. Unglücklicherweise gibt es auf dieser Welt eine Menge intolerante Menschen voller Hass und Angst, die nicht bereit sind zuzuhören. Wenn du Pech hast und es dazu kommen sollten, dass du dich mit einem dieser Miesepeter abgeben musst, dann gehe einfach weg. Es gibt keinen Grund, sich auf deren Niveau herabzulassen. Du bist besser als die.
    • Wenn du dich abwendest, sei dir bewusst, dass diese Person mit Wahrscheinlichkeit unglaublich unsicher ist. Sie kann sich selbst nicht leiden und projiziert dies auf andere. Sie ist wahrscheinlich so unzufrieden mit sich selbst, dass es unwahrscheinlich ist, dass sie sich in der Gesellschaft anderer wohlfühlt.

Methode 4 von 6: Hilfe in Anspruch nehmen

  1. Ziehe in Erwägung, eine Therapie zur Erhaltung psychischer Gesundheit zu machen. Niemand sollte seine Schlachten alleine schlagen. Das Gefühl zu haben, stigmatisiert zu werden, bedeutet nicht nur, dass du mit etwas zurecht kommen musst, das die Welt als inakzeptabel betrachtet, du musst zusätzlich noch mit der Welt als solches zurecht kommen. Das kann ein beträchtliches Gewicht darstellen, das du auf deinen Schultern zu tragen hast. Aus diesem Grund solltest du eine Therapie machen. Millionen Menschen versuchen das und Millionen Menschen wird jedes Jahr geholfen.
    • Finde eine Beratungsstelle in deiner Nähe, die sich auf psychische Gesundheit spezialisiert hat. Dies kannst du im Internet tun. Frage auch Familienangehörige oder Freunde nach Empfehlungen.
  2. Trete einer Selbsthilfegruppe bei. Wenn eine Therapie nicht ganz dein Fall sein sollte, dann ziehe in Erwägung, einer Selbsthilfegruppe beizutreten. Ein Netzwerk mit verständnisvollen Gleichgesinnten zu haben, kann den gleichen Effekt haben wie eine Therapie. In einer solchen Gruppe findest du die Ausgangsbasis für Gespräche über dein Stigma und der sich daraus ergebenden Probleme. Die Gruppenmitglieder werden dir Kraft geben. Und du bist unter Umständen in der Lage, den anderen auch Kraft zu geben.
  3. Nimm Hilfe für Leiden in Anspruch, die in Verbindung mit deinem Stigma stehen. Falls zutreffend, ersuche Hilfe für Probleme, die durch das Gefühl stigmatisiert zu werden hervorgerufen werden. Viele stigmatisierte Leiden bedürfen keiner Behandlung, jedoch könnten einige Menschen davon profitieren, sich beraten zu lassen, um sozialen Druck besser handhaben zu können. Das bedeutet nicht, dass das Leiden beschämend oder falsch ist. Man macht sich das Leben lediglich einfacher. Es handelt sich hierbei um komplizierte Probleme. Wenn der damit verbundene Stress zu einem gewissen Grad verringert werden kann, warum nicht?
    • Wenn du zum Beispiel fettleibig bist, ziehe eine Abmagerungskur zur Erhaltung deiner Gesundheit in Betracht. Wenn du Legastheniker bist, erwäge, mit einem Lernspezialisten zusammen zu arbeiten. Spezialisten wie diese können dir auch einen Rat geben, wie du dir das Leben einfacher machen kannst. Schließlich und endlich haben sie täglich damit zu tun.
  4. Versuche es mit Stressabbaumethoden. Studien zufolge können beruhigende Techniken wie Meditation, Yoga und sogar Tiefenatmungsübungen dem Individuum helfen, besser mit seinem Stigma umzugehen. Wenn du ruhig bist und dich entspannt fühlst, dann kann dir dein Stigma nicht so viel anhaben. Suche dir einen schönen, entspannenden, ruhigen Platz und befreie deinen Geist. Dies kann der Anfang für den von dir gesuchten inneren Frieden sein.

Methode 5 von 6: Lerne

  1. Lerne das Zusammenspiel von Identitätspositionen und sozialen Kategorien. Ein Weg, über Stigmen und soziale Kategorien nachzudenken, ist das Identitätspositionskonzept. Dieses Konzept wird im Wesentlichen von einigen Psychologen, Linguisten und Soziologen angewandt, um unsere Identitätspositionen zu vertreten. Diese können sich manchmal gegenseitig stützen. Somit werden Identitätspositionen verwendet, um Menschen zu organisieren und die Art, wie wir über Menschen denken, zu strukturieren. Gemäß Juraprofessor, Kevin Barry, stellen sich einige dieser Identitätspositionen wie folgt dar:
    • Wie fähig sind wir: "Fähigkeit vs. Unfähigkeit."
    • Wie limitiert sind wir: "schwach vs. stark."
    • Wie passen wir in die Welt: "normal vs. abnormal."
    • Wie frei sind wir: "Unabhängigkeit vs. Abhängigkeit."
    • Wie gesund sind wir: "Gesundheit vs. Krankheit."
    • Einige der o.g. Dualitäten können zum Beispiel mit schwul, autistisch oder blind sein assoziiert werden. Auf diese Weise werden Menschen ohne Identität manchmal als “geringer” im Vergleich zu anderen betrachtet.
  2. Rüste dich mit Wissen. Lerne, wie deine spezifische Identität durch Stigmen geformt wird. Lerne so viel wie möglich über den Ursprung deiner Identität. Dadurch wirst du dich weniger isoliert fühlen.
    • 22% der erwachsenen Amerikaner zum Beispiel leiden an einer der vielen psychischen Krankheiten. Lediglich die Hälfte gibt dies auch an. Wusstest du, dass fast jedes dritte Kind (33,2%) in den USA als übergewichtig oder adipös eingestuft werden?
    • Zu lernen, womit du es zu tun hast, wird dir dabei helfen, dich weniger einsam zu fühlen. Zu sehen, dass Millionen anderer Menschen auf die eine oder andere Art und in irgendeiner Form mit der gleichen Sache zu tun haben, wird dir dabei helfen, zu realisieren, dass alles machbar ist.
    • Mit Wahrscheinlichkeit wirst du bei deinem Streben nach Erkenntnis auch auf andere Quellen sowie inspirierende Geschichten stoßen.
  3. Verstehe, dass jeder vom Gesetz her Rechte hat. Einigen Menschen werden Rechte gewährt, um Gleichheit und Fairness sicherzustellen. Unabhängig davon, ob du eine Behinderung hast oder nicht, einige Rechte könnten dich beschützen. Die Grundrechte beinhalten zum Beispiel Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit usw..
  4. Wisse um die Definition von Behinderung. Das Gesetz gegen die Diskriminierung behinderter Menschen gewährt Menschen mit geistiger oder physischer Behinderung Gleichheit in Bezug auf Arbeitsrechte sowie in Bezug auf den Zugang zu öffentlichen Diensten. Die Rechte umfassen sowohl Dienste auf nationaler als auch auf kommunaler Ebene (wie Beratungsdienste), öffentliche Unterkünfte, Zugang zu Einrichtungen zur Förderung des Handels sowie tägliche Beförderungsmöglichkeiten. Das Gesetz beinhaltet Ergänzungen, die Zugangsprobleme zu bereits errichteten Gebäuden regeln sowie den Zugang zu Gebäuden sicherstellen, die in Zukunft gebaut werden. Folgende Kriterien werden dem Begriff Behinderung zugrunde gelegt:
    • Eine physische oder geistige Einschränkung, durch die eine oder mehrere Lebensaktivitäten eines Individuums erheblich beeinträchtigt werden.
    • Die Dokumentation einer solchen Einschränkung.
    • Als eingeschränktes Individuum betrachtet zu werden.
    • Wenn diese Definitionen auf die ein oder andere Art auf dich zutreffen, dann besteht die Möglichkeit, dass du einem gesetzlichen Schutz gegen Diskriminierung unterliegst.
  5. Kenne deine Rechte. Diskriminierungen gegen stigmatisierte Menschen kommen nur allzu häufig vor. Das gute dabei ist, dass du unter Umständen gesetzlich geschützt bist. Wenn jemand einen Nutzen daraus ziehen will, dann kannst du dich wehren.
    • Alle behinderten Menschen fallen zum Beispiel unter den Schutz des Gesetzes gegen die Diskriminierung behinderter Menschen. Wenn du das Gefühl hast, dass du aufgrund deines Stigmas eine Stelle nicht bekommen hast, entlassen worden bist, ausgenutzt oder von deinem Vermieter zwangsgeräumt oder aufgrund deines Stigmas anderweitig diskriminiert wurdest, ziehe rechtliche Schritte in Erwägung. Mit sicherer Wahrscheinlichkeit hast du Gesundheits-, Medizin-, Wohn-, Arbeits- und allgemeine Menschenrechte auf deiner Seite.
    • Auch wenn du bei Verletzung deiner individuellen Rechte einen Anspruch auf rechtliche Schritte hast, wäge zu deinem eigenen Schutz alle Pros und Contras ab. Wenn die Diskriminierung keine Konsequenzen für deine zukünftigen Ziele hatte, dann ist es am besten, das Ganze zu ignorieren, um den mit einem Rechtsstreit verbundenen Zeitaufwand und Ärger (und oftmals auch den Geldaufwand) zu vermeiden. Es ist jedoch wichtig, zu wissen, dass du immer ein Recht auf diese Option hast, wenn du dies möchtest.

Methode 6 von 6: Aufklärung betreiben

  1. Werde aktiv. Wenn du in der Stadt wohnst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du eine Selbsthilfe-oder Aufklärungsgruppe findest, der du beitreten kannst. Diese können den Namen Selbsthilfegruppe tragen oder aber aus einer Gruppe von Freunden bestehen, die sich treffen, um ihr Dasein zu feiern. Worum auch immer es sich handeln mag, finde eine Gemeinschaft, der du dich zugehörig fühlst. Diese wird durch dich bestärkt und du durch sie. Und das kann darüber hinaus auch viele weitere Türen öffnen.
    • Mit Stigmen umzugehen ist hundertmal leichter, wenn du Teil einer starken Gruppe bist. Ein wunderbares Netzwerk von Familie und Freunden zu haben ist fantastisch, eine Gruppe von Menschen um sich herum zu wissen, die alles schon einmal durchgemacht haben, ist jedoch um ein Vielfaches besser. Du hast dadurch ein Beratungs- und Ressourcennetz, das dir die notwendige Unterstützung bietet.
  2. Isoliere dich nicht. Es ist leicht, deine Unterschiedlichkeit zu vergessen und vorzugeben du seist „normal“. Es ist einfach, zu Hause zu bleiben und dir zu sagen, “Ich habe heute keine Lust darauf, mich damit zu beschäftigen.“ Widerstehe! Je mehr du rausgehst und Verbindungen mit deiner Umgebung herstellst, desto mehr Kontrolle gewinnst du über die Wahrnehmungen, die einige Menschen von dir haben.
  3. Finde einen Ansatzpunkt, um Aufklärung zu betreiben. Dein Stigma mag für dich sehr spezifisch sein, es kann jedoch auch von größerer Tragweite sein. Stigmen um sexuelle Orientierung zum Beispiel können sich auf unterschiedliche Art manifestieren. Gleichgeschlechtliche Partner könnten zum Beispiel Probleme damit haben, Kinder zu adoptieren oder schwulen Paaren könnten Unterstützungsleistungen für Partner vorenthalten werden. Oder schwulen Männern könnte es nicht erlaubt sein, Blut zu spenden. Konzentriere dich auf einen Ansatzpunkt als das zentrale Thema, um Aufklärung zu betreiben und eine Wende zum Positiven zu erreichen.
    • Werbe in deiner Gruppe um entsprechende Unterstützung.
  4. Erzähle deine Geschichte. Deine Geschichte zu hören, könnte genau das sein, was andere möchten. Letztendlich wird Ignoranz nur durch Lernen abgeschafft. Die Welt wird besser und weiser sein – und vielleicht toleranter – wenn du deine Geschichte erzählst.
    • Schreibe ein Buch, fange an zu bloggen oder führe Gesprächsrunden. Unternehme etwas, damit die Welt sieht, dass Intoleranz von gestern ist und, ganz ehrlich, lächerlich. Verwandle dein Stigma in etwas, mit dem man ständig konfrontiert ist und das dadurch jegliche negative Betrachtungsweise verliert.
    • Deinen spezifischen Zustand in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stellen, ist die einzige Möglichkeit, den Menschen die Chance zu geben, sich daran zu gewöhnen. Du bekämpfst weder Wissenschaft noch Religion. Was du wirklich bekämpfst, ist Zeit. Je eher du anfängst, desto früher werden andere sich dessen bewusst werden, dass dein “Zustand” oder deine “Behinderung” nicht einmal eines Blickes würdig ist. Wir sind alle verschieden und so betrachtet sind wir alle gleich.
  5. Nehme mit deinem Lokalabgeordneten Kontakt auf und bitte um Unterstützung von der Regierung. Wenn du erst einmal einen Ansatzpunkt für deine Aufklärungskampagne gefunden hast, dann schreibe deinen Lokalabgeordneten an und bitte um politische Veränderung.
  6. Organisiere eine Spendenaktion. Verwende deine Energie, um Spenden für Forschung und andere Aufklärungsaktionen zu sammeln. Wenn du zum Beispiel eine Krankheit hast, die in ein Stigma resultiert, wie HIV, Krebs oder MS, dann benutze diese Krankheit, um Geld für die Forschung zu sammeln.
    • Sprich mit der Redaktion deiner Lokalzeitung oder deinem Lokalsender, um deine Spendenaktion bekannt zu machen.
  7. Hilf anderen, stark zu sein. Menschen auf der ganzen Welt erfahren aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechtes, ihrer Religion, ihren sexuellen Vorzügen, ihres ethnischen Hintergrundes, ihres Geisteszustandes (nur um einige zu nennen) die gleiche schlechte Behandlung wie du. Die meisten Menschen kämpfen mehr oder weniger eine Schlacht. Auch wenn es nicht deine Schlacht ist, so ist sie nicht weniger hart. Verwende deine Kräfte, um die Schlacht all jener einfacher zu machen.
  8. Unterstütze die Geschichten und Erfahrungen anderer. Wenn du jemanden triffst, der stigmatisiert ist, dann unterstütze diese Person. Schare dich um sie herum und versichere ihr, dass sie nicht alleine ist. Sprich darüber, was für ein guter Koch sie ist, anstatt dich auf den verlorenen Arm zu konzentrieren.

Warnungen

  • Wenn du oder jemand, den du kennst, selbstmordgefährdet ist, dann wähle die Notrufnummer oder gehe zum nächsten Notarzt.
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