Die eigene Stimmqualität verbessern

Опубликовал Admin
24-02-2017, 09:40
1 615
0
Egal wie du singst – es gibt ein paar entscheidende Dinge, wie du deine Stimmung verbessern kannst. Die landläufige Meinung sagt, dass Übung den Meister macht. Das stimmt nur bedingt, aber Übung kann deinen Gesang auf jeden Fall besser machen. Es gibt viele praktische Übungen, um die Qualität deiner Stimme zu verbessern – von der richtigen Atemtechnik über das Vermeiden bestimmter Lebensmittel bis hin zu Aufwärmübungen vor dem Singen oder Sprechen. Der Erfolg kommt dabei nicht über Nacht, aber mit Zeit und Arbeit kannst du die Qualität deiner Stimme mit Sicherheit verbessern.

Richtig Atmen und Stehen

  1. Lerne, zu atmen. Es ist entscheidend, tiefe Atemzüge zu machen:
    • Versuche beim Ein- und Ausatmen deinen Bauch und die Nierengegend (am Rücken) mit deinem Atem auszudehnen. Um das zu überprüfen, solltest du deine Hände um die Taille legen. Dabei liegen die Daumen auf dem Rücken und die Finger vorn. Deine Handflächen liegen auf den Seiten Richtung Hüfte. Deine Hände sollten sich bei jedem Atemzug ausdehnen und wieder zusammenziehen. Wenn du über einen längeren Zeitraum deinen Atem so stärkst, werden diese Bewegungen größer und halten länger an.
    • Wenn dir tiefe Atemzüge schwerfallen, lege dich mit dem Rücken auf den Boden mit den Händen auf dem Bauch. Wenn du einatmest, sollten deine Hände sich heben. Wenn du ausatmest, sollten sie sich senken.
    • Dabei sollten sich deine Schultern nicht im Takt deines Atems heben und senken.
  2. Nutze deine Bauchmuskeln. Wenn du richtig atmest, sollten sich die tieferen Muskeln (das Zwerchfell) oberhalb deines Bauches nach außen bewegen und so mehr Raum für die Luft schaffen. Wenn du singst (oder sprichst oder nur ausatmest), drücke die Luft mithilfe dieser Muskeln heraus.
    • Nutze die Muskeln im unteren Rücken (in der Nierengegend) genauso, um das Ein- und Ausatmen zu kontrollieren.
  3. Lerne die richtige Haltung. Achte auf die Haltung deiner Füße, Knie, der Hüfte, des Bauches, der Brust, der Schultern, Arme und des Kopfes:
    • Deine Füße sind leicht geöffnet. Ein Fuß steht leicht vor dem anderen, so dass dein Gewicht leicht nach vorn verlagert wird.
    • Deine Knie sind entspannt und leicht gebeugt. Manch einer meint, für eine gute Haltung die Knie durchdrücken zu müssen. Achte darauf, das nicht zu tun.
    • Deine Hände sollten entspannt sein und locker an den Seiten hängen.
    • Dein Bauch sollte entspannt, aber darauf vorbereitet sein, mitzuarbeiten. Um ein Gespür dafür zu bekommen, wie sich ein Bauch anfühlt, der mitarbeitet – lege deine Hände an die Taille (mit den Daumen auf dem Rücken) und huste ganz leicht.
    • Ziehe deine Schultern nach hinten und dann nach unten, so dass dein Rücken gerade und dein Kopf aufrecht ist. Steh nicht krumm oder ziehe deine Schultern zu den Ohren.
    • Deine Brust sollte leicht nach oben und nach außen zeigen. Das passiert wahrscheinlich automatisch, wenn du deine Schultern nach hinten und nach unten ziehst.
    • Dein Kinn sollte parallel zum Boden zeigen, d.h. weder nach oben noch nach unten.
  4. Entspanne dich. Wenn du dich in der richtigen Haltung befindest, achte darauf, dass du nicht überall angespannt bist. Es sollte sich nicht so anfühlen, als ob du deine Brust und deinen Rücken mit Gewalt gerade hältst. Achte darauf, Gesicht und Hals zu entspannen.
    • Wenn du mit angespanntem Körper und Gesicht singen oder sprechen willst, wird es noch schwieriger, einen qualitativ hochwertigen Ton zu erzeugen.

Die korrekte Position des Mundes

  1. Halte deinen Mund offen, aber entspannt. Dein Mund muss beim Singen weit offen sein. Widerstehe aber der Versuchung, ihn so weit zu öffnen, dass sich die Muskeln im Gesicht und Hals verspannen. Überprüfe, ob Lippen, Kiefer und Hals locker und entspannt sind.
  2. Hebe deinen weichen Gaumen. Professionelle Sänger raten, in deinem Mund Raum zu schaffen. Das kannst du tun, indem du deinen Mund weit öffnest. Eine weitere Möglichkeit, Raum zu schaffen ist, indem du deinen Kiefer und deine Zunge absenkst und den weichen Gaumen (das geriffelte Gewebe oben in der Mundhöhle) anhebst.
    • Um das zu tun, atme ein als ob du gähnen würdest – ohne wirklich zu gähnen. Achte auf den Raum, der dadurch im Mund entsteht einschließlich des offenen Gefühls im hinteren Rachen. Beim Singen solltest du in der Lage sein, diese Position von offenem Mund und weichem Gaumen abzurufen.
  3. Achte auf die richtige Position der Zunge. Wenn du Raum in deinem Mund schaffst, achte darauf, dass deine Zunge nicht im Weg ist. Sie sollte locker am Boden deines Mundes liegen, wobei die Zungenspitze die unteren Zähne von hinten berührt.
    • Strecke die Zunge beim Singen weder heraus noch schwenke sie herum. Das würde die Qualität deiner Stimme beeinträchtigen und das Tonvolumen reduzieren.
  4. Denke daran zu schlucken. Zu viel Speichel im Mund macht das Singen schwierig. Also denke daran, vor dem Singen zu schlucken!

Stimmübungen, um die Stimme zu stärken

  1. Wärme dich auf. Bevor du singst oder anspruchsvolle Stimmübungen machst, ist es hilfreich, einige der folgenden Übungen zu machen, um deine Stimme aufzuwärmen:
    • Gähne. Gähnen hilft, Mund und Hals zu dehnen und zu öffnen. Das dient dazu, Spannungen in Hals und Zwerchfell abzubauen. Um ein Gähnen zu provozieren, öffne den Mund weit und atme ein.
    • Huste sanft. Betrachte es, als würdest du sanft Luft aus dem hinteren Hals in kurzen Schüben ausatmen. Auf diese Weise arbeiten deine untere Brust und die Bauchmuskeln. Das sind die Muskeln, die du beim Singen benutzen solltest (im Gegensatz zu deinem Hals oder der oberen Brust).
    • Kräusele die Lippen sanft. Halte die Lippen leicht geschlossen und blase Luft hindurch, indem du summst. Konzentriere dich dabei auf einen entspannten Hals und eine angespannte Körpermitte. Beginne das Lippenkräuseln mit tiefen Noten und gehe dann zu den hohen – und umgekehrt. Wenn du die Technik beherrscht, kannst du dabei Tonleitern üben.
    • Lerne, wie du deinen Körper beim Singen entspannen kannst: Spanne deinen Körper an und gleich, nachdem du ihn entspannst, mach die Lippenübung von den niedrigen Tönen zu den hohen. Wiederhole die Übung von den hohen zu den tiefen Tönen.
    • Eine weitere sanfte Methode, um die Stimme aufzuwärmen ist Summen. Summe zu deiner Musik auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit. Wenn du das nicht gern in der Öffentlichkeit tust, summe beim Kochen oder in der Dusche.
  2. Singe Tonleitern. Fange so tief es dir angenehm ist an. Bewege dich langsam die Tonleiter hoch, indem du ein „Mi“-Geräusch machst bis du die höchste Note erreichst, die du ohne Anstrengung erreichen kannst. Dann bewege dich die Tonleiter wieder hinunter, indem du ein „I“-Geräusch machst.
    • Bleibe innerhalb deiner Tonmöglichkeiten – geh vorsichtig vor. Deine Möglichkeiten werden mit der Zeit diesbezüglich zunehmen.
    • Du kannst auch mit einem „Uuh“-Ton üben.
  3. Übe Tonleitern mit einen „Huh“-Ton. Dein Mund sollte aussehen, als würdest du Spaghetti einsaugen während du einatmest. Wenn du ausatmest, mache dabei einen „Huh“-Ton. Dabei sollte das Geräusch vibrieren, ähnlich wie ein Kazoo. Halte den Ton während des Ausatmens gleichmäßig. Wiederhole das zwei- bis dreimal.
    • Bewege dich mit diesem Geräusch die Tonleitern hinauf und hinab.
  4. Trainiere die Tragfähigkeit deiner Stimme durch das Singen einzelner Worte oder ganzer Wortgruppen, ohne zwischen den Worten abzusetzen – behandle sie wie ein ganzes Wort. Dehne die Vokale und übertreibe bei der Aussprache jedes Wortes, das du sagst oder singst.
    • Stelle dir während des Sprechens/Singens vor, du würdest den Raum mit deiner Stimme füllen.
    • Konzentriere dich auf sanfte Übergänge: Wenn du zwischen hohen und niedrigen Tönen wechselst oder zwischen lauten und leisen Stellen, stelle dir eine sanfte Rampe vor und keine Treppe.
    • Beispielwörter: nun nahm Nut nie None noch.
    • Beispielsatz: Fischers Fritze fischt frische Fische.
  5. Wundere dich nicht, wenn das komisch klingt. Viele Stimmübungen sehen komisch aus und hören sich komisch an. Bleib locker und habe Spaß dabei. Zwei lustige und komische Übungen helfen, Mund und Hals zu öffnen:
    • Singe langsam „Miau“. Betone dabei die einzelnen Silben – Mi, aah, uh.
    • Mache Faxen, indem du deine Zunge in alle Richtungen streckst. Das kannst du beim Singen machen oder indem du schräge Geräusche machst.
  6. Komme wieder herunter. Wie beim Sport, so ist es auch bei Stimmübungen wichtig, wieder herunter zu kommen. Eine Methode ist, dieselben Stimmübungen wie beim Aufwärmen zu machen (z.B. zu gähnen, sanft zu husten, die Lippen zu kräuseln und zu summen).
    • Eine andere Methode ist, auf dem Buchstaben „M“ sanft nach oben und unten und umgekehrt zu singen, so dass du eine kitzelnde Vibration in der Lippen- und Nasengegend spürst.
  7. Denke daran, zu atmen und entspannt zu bleiben. Ob du dich aufwärmst, singst oder eine Rede hältst – für eine gute Stimmqualität ist es entscheidend, tief zu atmen und Körper, Hals und Gesicht entspannt zu halten.

Lebensveränderungen für eine gesunde Stimme

  1. Trinke ausreichend Wasser. Trinke mindestens zwei bis zweieinhalb Liter Wasser täglich. Wenn du Sport treibst oder in einer heißen Gegend lebst (und viel schwitzt), kann es auch mehr sein.
  2. Iss für eine gesunde Stimme. Vollkorn, Obst und Gemüse unterstützen eine gesunde Stimme, indem sie für gesunde Schleimhäute im Hals sorgen.
  3. Vermeide Substanzen, die deine Stimmbänder irritieren. Dazu gehören Rauch (auch passiv inhalierter), scharfe Speisen, Milchprodukte, sehr salzhaltige Lebensmittel (z.B. Schinken oder gesalzene Nüsse), Zitrusfrüchte, Alkohol (inklusive Mundspülungen, die Alkohol enthalten) sowie Medikamente gegen Erkältungen und Allergien.
  4. Schlafe ausreichend. Wenn dein Körper erschöpft ist, hört man das an deiner Stimme. Erwachsene sollten sieben bis neun Stunden pro Nacht schlafen, Teenager 8,5 bis 9,5 Stunden.
    • Wenn du jede Nacht mindestens 7,5 Stunden schläfst und dich trotzdem morgens nicht frisch und ausgeruht fühlst, suche einen Arzt auf. Er kann abklären, ob es andere gesundheitliche Ursachen dafür gibt.
  5. Entspanne dich. Stress beeinflusst alle Dinge negativ. Unternimm jeden Tag etwas, das dich entspannt. Das könnte Yoga sein, Meditation, ein Spaziergang, eine beliebte Fernsehsendung, ein gutes Buch oder das Spielen eines Instruments.
  6. Vermeide Schreien. Das gilt besonders, wenn ein Auftritt ansteht. Schreien kann deine Stimme anstrengen und ihre Qualität für mehrere Tage danach einschränken.
  7. Hole dir Hilfe. Wenn sich die Qualität deiner Stimme unlängst verschlechtert hat – sie z.B. rau, tiefer oder angespannt klingt – kann das ein Anzeichen einer Erkrankung sein. Um sicherzugehen, solltest du einen Arzt aufsuchen, um eine Krankheit auszuschließen.
  8. Habe Geduld. Es kann eine Weile dauern, bis sich die Qualität deiner Stimme verbessert. Du wirst keine großen Erfolge über Nacht erleben. Du wirst aber wahrscheinlich sofort eine Verbesserung feststellen, wenn du die richtige Atmung mit der richtigen Haltung und den passenden Aufwärmübungen kombinierst.
    • Es ist in Ordnung, langsam anzufangen. Beginne mit Übungen, um tief zu atmen und richtig zu stehen. Wenn das klappt, kannst du mit Übungen für den Mund und einfachen Aufwärmübungen weitermachen.

Von anderen lernen

  1. Suche dir einen guten, professionellen Lehrer. Ein guter Lehrer kann dir detailliertes Feedback geben und dir Ratschläge erteilen, wie du deine Stimme verbesserst. Suche nach jemandem mit klassischer Ausbildung. So jemand hat in der Regel Erfahrung mit verschiedenen Gesangsstilen.
    • Wenn du dir keinen Lehrer leisten kannst, kannst du online nach kostenlosen Lektionen suchen. Gib „Gesangsübungen“ oder „Gesangsunterricht“ bei YouTube ein und du wirst eine große Auswahl an Videos finden.
  2. Höre dir professionelle Sänger und Sprecher genau an. Höre, wie sie mit Atmung, Volumen, Artikulation und Resonanz umgehen und wie sie ihren Gesang/ihre Sprache kontrollieren und wie ihr Stimmverhalten klingt. Wenn du einen Stil besonders magst, kannst du versuchen, ihn nachzuahmen.
    • Den Stil eines anderen nachzuahmen ist sehr hilfreich, wenn man singen lernen will. Auf diese Weise probierst du Dinge, die du normalerweise nicht machen würdest.
  3. Beobachte professionelle Sänger und Sprecher. Achte darauf, wie sie atmen und die Noten mit ihrer Stimme unterstützen. Beachte ihre Haltung und Körpersprache und wie sie ihre Lippen bewegen, um Töne zu erzeugen oder Worte zu singen.
  4. Ignoriere keine Profis, die du nicht magst. Denke darüber nach, warum du einen bestimmten Sänger oder Sprecher nicht magst. Was unterscheidet sie von denen, die du magst? Machen sie etwas falsch oder entspricht es nur nicht deinem Geschmack?
  5. Vergleiche, wie ein Künstler live und wie auf einer Aufnahme klingt. Es ist schon erstaunlich, was ein guter Toningenieur während einer Aufnahmesession hinbekommt. Wenn du die Aufnahme eines Künstlers sehr schätzt, finde heraus, was davon real und was durch das Abmischen entstanden ist. Erst dann solltest du entscheiden, ob du wirklich nie so gut klingen kannst.
  6. Gehe zu „Open-Mike“-oder anderen Musikveranstaltungen in deiner Nähe. Frage Sänger, deren Stimme du magst, wie sie ihren Sound hinbekommen. Die meisten fühlen sich geschmeichelt und teilen diese Informationen gern mit dir.

Tipps

  • Um lange Noten zu halten, solltest du aus dem Zwerchfell (nahe des Magens) und nicht aus der Brust atmen. Indem du dein Zwerchfell mit Luft füllst, erreichst du einen gleichmäßigeren Luftstrom, der länger anhält.
  • Die meisten der o.g. Übungen zielen auf Gesang ab. Aber viele funktionieren auch, um deine Sprechstimme zu verbessern.
  • Denke daran, dass die Temperatur Einfluss auf deine Stimmhöhe hat.
  • Trinke früh am Morgen auf nüchternen Magen Honig in warmem Wasser.
  • Wenn du dabei bist, Atmung, Haltung und Position des Mundes zu korrigieren – halte ab und zu inne und singe. Auf diese Weise merkst du, wie kleine Dinge wie das Kinn gerade zu halten oder deinen Mund zu entspannen deinen Ton verändern.
  • Versuche, nebenbei Geräusche zu machen, um deine Stimme zu entspannen.
  • Versuche beim Singen nicht zu schreien.
  • Vermeide zu scharfe Speisen, um eine gute Stimme zu behalten.
  • Ein Sänger sollte eine ausgewogene Ernährung beachten und Lebensmittel vermeiden, die Hals-Probleme verursachen, bzw. kalte Nahrungsmittel wie Eiscreme, kalte Getränke etc.
  • Denke immer daran, dass niemand perfekt singen kann! Kontrolliere deine Atmung und halte deine Stimme.

Warnungen

  • Singen sollte nicht wehtun. Wenn du Probleme dabei bekommst, spannst du deine Muskeln vielleicht zu sehr an, du nutzt die falsche Menge Luft, stehst falsch oder quälst Noten heraus, ohne den Mund offen zu halten – oder du machst sonst irgendwas, das zu anstrengend ist. Wenn das Singen wehtut, halte inne, entspanne dich und mach weiter, wenn es nicht mehr wehtut.
  • Entgegen der landläufigen Meinung: Gib KEINE Zitrone ins Wasser. Es trocknet deine Stimme aus, so dass sie angestrengt klingt.
Теги:
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.
ТОП