Roststellen vom Auto entfernen

Опубликовал Admin
14-06-2017, 12:00
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Ein ärgerlicher Rostfleck an einem Auto breitet sich leider normalerweise mit der Zeit noch aus, weil das darunterliegende Metall mit Luft und Feuchtigkeit in Berührung kommt und dadurch oxidiert bzw. korrodiert. Ob du das Auto behalten oder verkaufen willst, es wird sauberer aussehen und mehr wert sein, wenn du die Roststellen loswirst. Warte also nicht zu lange ab, sondern unternimm sofort etwas. Entferne den Rost und gönne dem Auto so bald wie möglich ein wenig frischen Lack, damit sich Rostflecken gar nicht erst ausbreiten können.

Roststellen polieren und überlackieren

  1. Achte auf deine Sicherheit. Bei dieser Methode wirst du mit einem Schleifgerät und einer Poliermaschine hantieren, beides sehr leistungsstarke elektrische Werkzeuge, die feinste Rost- und Farbpartikel in die Luft schleudern. Um Verletzungen zu vermeiden und dich selbst vor diesen herumfliegenden Partikeln zu schützen, solltest du Handschuhe, eine Schutzbrille und unbedingt eine Staubmaske tragen, damit die Partikel nicht in deine Lunge gelangen können.
    • Bei größeren Arbeiten solltest du statt nur einer einfachen Staubmaske vielleicht ein Atemschutzgerät in Betracht ziehen.
  2. Decke alle Stellen ab, die nicht staubig werden sollen. Wie bereits erwähnt werden bei dieser Methode Partikel von Rost und Lack in die Luft geschleudert. Wenn du nicht aufpasst, können sich diese auf deinem Auto ablagern und es „dreckig“ aussehen lassen. Diese Ablagerungen lassen sich manchmal nur sehr schwer wieder entfernen. Um das zu verhindern, solltest du die Teile deines Autos, an denen du gerade nicht arbeitest, sorgfältig abdecken (mit Klebeband und Abdeckpapier). Unter das Auto legst du eine Plane, die du mit Malerkrepp festkleben kannst, um deinen Arbeitsbereich zu definieren und den Boden zu schützen.
    • Das Auto richtig abzukleben, ist eine Kunst für sich. Benutze dafür kein Zeitungspapier, da Sprühlack hindurchsickern und unschöne Flecken hinterlassen kann. Verwende stattdessen richtiges Abdeckpapier, das weniger porös ist und keine Farbe durchlässt. Achte außerdem darauf, dass du jede - und wirklich jede – Kante des Abdeckpapier sicher anklebst. Wenn du nur hier und da ein paar Klebestreifen draufklebst, damit es nicht verrutscht, kann und wird der Lack darunter kriechen und Flecken verursachen.
  3. Klebe nach Möglichkeit entlang der vorhandenen Linien der Karosserie ab. Deine Abdeckung sollte nicht irgendwo in der Mitte eines Bauteils enden, sonst bekommst du am Ende deutlich sichtbar Kanten zwischen der alten und der frischen Lackierung. Diese Kanten wirst du nie wieder los, da kannst du so viel schleifen oder mit Klarlack überlackieren wie du willst. Deshalb klebe das Auto einfach von vornherein korrekt ab, nämlich bis zu den Kanten um deine Roststellen herum und nicht weiter nach innen.
    • Wenn du bereits etwas Erfahrung im Lackieren von Autos hast, kannst du alternativ versuchen, nur bis in einiger Entfernung von deinem Rostfleck entfernt abzukleben. Wenn du weißt, wie man Lack farblich graduell anpasst, was direkt beim Sprühen geschieht, kannst du mit dieser Methode dafür sorgen, dass es keine großen Farbunterschiede von einem Teil zum nächsten gibt.
  4. Entferne den Lack um die Roststelle herum mit einem Exzenterschleifer. Bei einem Exzenterschleifer kannst du die Schleifgeschwindigkeit kontrollieren, während du die Farbe abschleifst. Beginne mit einer 80er-Körnung und arbeite dich nach und nach zu einer 150er vor. Benutze den Schleifer, um Primer und Lack zu entfernen, sowie jeglichen leichten Rost, der sich mit dem Metall verbunden hat, und gleiche den Übergang zwischen der lackierten und der unlackierten Oberfläche aus.
    • Fühle anschließend mit deinen Fingern (in Handschuhen) über die Oberfläche; sie sollte jetzt glatt und eben sein.
  5. Wechsele zu einem Schleifaufsatz für Metall. Als nächstes benutzt du einen Metallschleifer, um sämtliche dickere Roststellen zu entfernen und Dellen freizulegen. Bewege das Gerät nur sehr langsam und kontrolliert, denn solche Werkzeuge können die Karosserie schwer beschädigen, wenn sie nicht richtig benutzt werden. Wenn das Abschleifen erledigt ist, trage eine spezielle Säure auf die Stelle auf, die auch die letzten verbliebenen, mikroskopisch kleinen Rostpartikel entfernt.
    • Hierfür eignet sich im Allgemeinen Phosphorsäure am besten. Du bekommst sie in den meisten Autofachgeschäften.
    • Wenn du magst, kannst du einen Füllspachtel oder Spachtelmasse benutzen, um die kleinen Dellen auszugleichen, wo der Lack fehlt. Nach dem Auftragen des Spachtels schmirgelst du die Stelle mit 120er-Sandpapier ab, um eine schöne glatte und gleichmäßige Metalloberfläche zu bekommen.
  6. Bereite die Stelle auf den Primer vor. Kaufe einen Primer, der ideal dafür geeignet ist, ihn auf blankem Metall anzuwenden, und einen Sprühlack für Autos, der zur Farbe deines Autos passt. Beide bekommst du in Autofachgeschäften und gut sortierten Baumärkten. Es gibt unterschiedliche Arten von Primern, deshalb befolge immer die Hinweise auf der Verpackung und hole dir von einem Fachmann im Laden letzte Informationen. Normalerweise sollte die Vorbereitung in etwa so aussehen:
    • Wische die Stelle mit Lackbenzin oder Farbverdünner sauber.
    • Klebe etwa einen Meter um deinen Arbeitsbereich herum alles mit Zeitungspapier ab.
  7. Trage den Primer in dünnen und gleichmäßigen Schichten auf. Sprühe drei Schichten Primer auf und warte jeweils einige Minuten zwischen den Schichten, damit die vorherige Schicht antrocknen kann. Sprühe nicht zu viel auf – keine der Schichten sollte so dick sein, dass der Primer verläuft oder tropft.
    • Die meisten Primer wirst du über Nacht trocknen lassen müssen (mindestens 12 Stunden).
  8. Schmirgele die Stelle mit feuchtem 400er-Schmirgelpapier ab. Dieses Sandpapier eignet sich speziell für den Gebrauch zwischen einzelnen Farbschichten, um die Oberfläche zu glätten und zu mattieren, damit die Farbe richtig hält. Hab einen Eimer Wasser in der Nähe, um das Schmirgelpapier regelmäßig mit Wasser abspülen zu können, damit es sich nicht mit Farbe zusetzt. Zum Schluss wäschst du die lackierte Stelle mit einer milden Seifenlauge ab.
  9. Sprühe eine dünne Schicht Farbe auf. Sprühe den Lack in ganz dünnen Schichten auf und lass jede Schicht für ein oder zwei Minuten „ruhen“, bevor du die nächste aufträgst, damit nichts verläuft. Sprühe so viele Schichten auf wie du brauchst, um ein ansehnliches Ergebnis zu erreichen.
    • Lass den Lack wenigstens 24 Stunden lang trocknen, bevor du das Klebeband entfernst. Sei geduldig – wenn sich der Lack danach noch klebrig anfühlt, dauert es eben noch länger.
  10. Schleife die Kanten des frischen Lacks so, dass sich die bearbeitete Stelle wieder nahtlos ins Gesamtbild einfügt. Falls notwendig kannst du auch mit einem Klarlack nachhelfen, um die Übergänge unsichtbar zu machen. Dann lässt du die fertige Lackschicht für 48 Stunden aushärten.
  11. Wasche und poliere das Auto. Herzlichen Glückwunsch! Dein Auto ist jetzt frei von Rost und startklar.
    • Wachse frischen Lack niemals innerhalb der ersten 30 Tage nach dem Lackieren, da das Geschrubbe den frischen Lack abziehen könnte.

„Flicken“ benutzen

  1. Schmirgele den Rost bis auf das „blanke Metall“ ab. Diese Methode ist etwas anders als die oben beschriebene, aber sie funktioniert nach dem gleichen Grundprinzip und ist besonders gut geeignet für Rostflecken, die bereits Löcher oder Vertiefungen verursacht haben. Zu Beginn entfernst du mit eine Metallschleifer sämtliche Roststellen. Du musst so viel abschmirgeln, bis du wirklich auf blankes, noch nicht angerostetes Metall kommst und der Rost vollständig verschwunden ist. Wenn du dann ein Loch im Material hast, ist das eben so.
    • Es ist wichtig, dass du den Rost wirklich bis auf den letzten Partikel abschleifst – wenn du nur ein kleines Eckchen übersiehst, kann es unter der Farbe weiter korrodieren und wieder zu einem Rostfleck werden.
    • Beachte auch hier wieder alle Sicherheitshinweise vom Anfang, denn du arbeitest wieder mit einem gefährlichen Werkzeug. Trage also Handschuhe, Schutzbrille und insbesondere eine Atemmaske, damit keine Partikel von Rost oder Farbe in deine Lunge gelangen können.
  2. Stopfe das Loch mit einem rostfreien Flicken. Als nächstes verspachtelst du Loch an der früheren Roststelle mit Füllmasse. Du bekommst fertige Spachtelmasse in Autofachgeschäften und Baumärkten für kleines Geld. Bei größeren Löchern musst du improvisieren. In diesem Fall brauchst du ein flaches Stück eines möglichst haltbaren und rostfreien Materials, an dem der Lack haften wird, um das Loch damit zu flicken. Klebe den Flicken mit der Spachtelmasse an und lasse das Bastelwerk trocknen.
    • Glaub es oder nicht, mit aufgeschnittenen Bierdosen oder Coladosen lassen sich hervorragend Löcher flicken. Diese Dosen bestehen aus Aluminium, das von Natur aus resistent gegen Korrosion ist. Viele moderne Dosen sind zusätzlich mit einer dünnen Schutzschicht überzogen. Dünne Lagen Hartplastik funktionieren ebenfalls gut.
  3. Benutze Schmirgelpapier, um die Oberfläche zu glätten. Stelle einen gleichmäßigen Übergang zwischen deinem neuen „Flicken“ und der Karosserie des Autos her. Das kann ein ziemlich langwieriger und nerviger Vorgang sein – während du schmirgelst, wirst du wahrscheinlich feststellen, dass du zusätzliche Füllmasse brauchst, die dann wieder trocknen muss, bevor du erneut schmirgeln kannst. Der ganze Prozess wird also in etwa so aussehen: Spachteln, schmirgeln, spachteln, schmirgeln, spachteln, schmirgeln... (und so weiter).
    • Beginne mit einem groben Sandpapier (niedrige Körnungszahl), um größere Beulen auszugleichen, und arbeite dich langsam zu mittlerer bzw. feiner Körnung (hohe Körnungszahl) vor, um ein optimales, glattes Ergebnis zu erreichen.
    • Hier ist es wirklich am besten, schön kontrolliert mit der Hand zu arbeiten. Mechanische Schleifgeräte könnten deinen Flicken abreißen.
  4. Decke dein Auto gut ab. Als nächstes wirst du eine frische Lackschicht auf die reparierte Roststelle auftragen. Zur Vorbereitung musst du den größten Teil deines Autos abdecken, um es vor Primer und herumfliegenden Partikeln zu schützen. Vergiss dabei auch Fenster und Räder nicht.
    • Klebe am besten entlang vorhandener Karosserielinien ab, um kleine Unterschiede zwischen neuer und alter Lackierung zu kaschieren (es sei denn du bist erfahren genug, um einen fließenden Übergang hinzubekommen).
  5. Trage zunächst Primer und dann Lack auf. Trage einige dünne Schichten Primer auf und warte zwischen den einzelnen Schichten immer ein paar Minuten, damit sie antrocknen können, bevor du dich an die nächste Schicht machst. Lass den Primer dann über Nacht trocknen und schmirgele ihn nach etwa 12 Stunden mit feuchtem 400er-Schmirgelpapier leicht an, damit die Farbe optimal haften kann. Wenn du fertig bist, trage die Farbe auf, und zwar mit einer ähnlichen Strategie wie beim Primer, also immer eine dünne Schicht nach der anderen und zwischendrin trocknen lassen.
    • Die Kanten des Lacks kannst du entweder schleifen oder mit Klarlack überziehen, damit die behandelte Stelle farblich zum Rest deines Autos passt.
    • Es ist natürlich wichtig, dass die Farbe zu der momentanen Lackierung deines Autos passt. Es gibt für jedes Auto einen speziellen Farbcode, den du auf einem Sticker irgendwo am Fahrzeug findest. Du brauchst diese Information, um die richtige Farbe zu bekommen. Die meisten Autolackierereien und Fachgeschäfte werden dir hier gerne behilflich sein. Bedenke allerdings, dass bei älteren Fahrzeugen die Farbe mit der Zeit etwas ausgeblichen sein kann.

Tipps

  • Eine Alternative zu diesen aufwendigen Methoden sind so genannte Rostumwandler . Dies sind Primer, die direkt auf rostige Oberflächen aufgetragen werden können. Anders als bei der klassischen Methode des Abschabens, Vorbehandelns und Lackierens musst du hier den Rost nicht bis aufs blanke Metall abtragen. Der „Rostumwandler“ enthält zwei grundlegende Komponenten: Ein Tannin und ein organisches Polymer. Das organische Polymer bildet eine schützende Primer-Schicht, während das Tannin mit dem Eisenoxid reagiert und es in Eisentannat umwandelt, ein stabiles, blau-schwarzes Korrosionsprodukt.
  • Wenn das Auto bereits ziemlich große Roststellen aufweist, die sich über einen ziemlich großen Teil der Karosserie ausdehnen, solltest du dein Auto eventuell in die Hände eines Fachmanns geben.
  • Rostumwandler aus einer normalen Flasche eignet sich hervorragend für kleine Lackschäden, selbst wenn sie noch gar keine Anzeichen von Rost zeigen. Schütte eine kleine Menge in einen Pappbecher. Wenn der Rostumwandler einmal durch Rostpartikel verunreinigt ist, kann man ihn nicht mehr weiterbenutzen und muss die Reste wegwerfen, deshalb solltest du ihn nicht direkt aus der Flasche auftragen. Tupfe den Umwandler nun mit einem Zahnstocher auf die entsprechende Stelle auf, bis hin zum Rand der bestehenden Lackierung. Warte einige Stunden, bis die chemische Reaktion abgeschlossen und der Umwandler getrocknet ist, bevor du irgendetwas anderes mit dem Auto machst. Fahren kannst du allerdings schon, wenn es soweit trocken ist, dass es nicht mehr tropft. Die fertige Schicht Rostumwandler sieht nachher matt schwarz aus, wie ein kleiner Teerfleck, und wenn dein Auto in einer einigermaßen dunklen oder Metallicfarbe lackiert ist, sollte es fast nicht sichtbar sein. Normaler Ausbesserungslack haftet daran.
  • Wenn der Rostfleck sich am Kotflügel befindet, kann es sinnvoll sein, den Wagen anzuheben und mit einem Keil hinter einem der Räder zu sichern. Ziehe das Rad ab und schraube die Plastikverkleidung vom Radkasten ab.Auf diese Weise kannst du eventuelle Dellen von innen ausbeulen und hast auch mehr Platz beim Schleifen und Lackieren.

Warnungen

  • Treibstoffe sind explosiv, deshalb sorge dafür, dass es in der Nähe deines Arbeitsbereiches während des gesamten Arbeitsprozesses nicht zu Funkenflug kommen kann und mache erst recht kein offenes Feuer. Auch Rauchen ist tabu.
  • Trage Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Staubmaske, um Irritationen oder Verletzungen durch Rost oder Lack zu verhindern.
  • Wenn du mit Phosphorsäure arbeitest, LIES UND BEFOLGE die Hinweise auf der Verpackung.
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