Kandiszucker selber machen

Опубликовал Admin
30-07-2017, 15:14
647
0
Kandiszucker kannst du als leckeres wissenschaftliches Experiment in deiner Küche herstellen. Er kann sich an einem Holzstöckchen oder an einem Faden bilden und du kannst deinen Kandiszucker farblich und geschmacklich nach deinen Wünschen und Vorstellung verändern.

Die Zuckerlösung herstellen

  1. Erhitze 470 ml Wasser in einem Kochtopf und bringe es zum Kochen. Bitte einen Erwachsenen, dir hierbei zu helfen, wenn du den Herd noch nicht allein benutzen darfst – kochend heißes Wasser kann sehr gefährlich sein, wenn du es versehentlich verschüttest.
    • Verwende am besten destilliertes Wasser. Der Zucker kann sich mit Unreinheiten im Leitungswasser verbinden, wodurch sich eine Kruste bilden kann, die verhindern würde, dass das Wasser verdampfen kann und somit auch keine Zuckerkristalle an deinem Faden oder deinem Stöckchen wachsen könnten.
    • Wenn dir kein Herd zur Verfügung steht, kannst du stattdessen auch eine Mikrowelle benutzen. Gib den Zucker und das Wasser in einen mikrowellentauglichen Glasbehälter und erhitze sie bei hoher Einstellung für zwei Minuten. Verrühre das Zuckerwasser und erhitze es nochmal zwei Minuten lang in der Mikrowelle. Verrühre die Mischung ein weiteres Mal, und der Zucker sollte sich fast gänzlich im Wasser gelöst haben.
    • Denke daran, den Kochtopf bzw. den mikrowellentauglichen Glasbehälter nur mit Topflappen oder Ofenhandschuhen anzufassen, damit du dich nicht verbrennst.
  2. Rühre die 960 g Zucker (etwa vier Tassen) in 120-g-Intervallen (je etwa eine halbe Tasse) unter. Rühre die Mischung nach jeder Zugabe so lange um, bis sich der Zucker vollkommen im Wasser aufgelöst hat. Da das Wasser immer stärker mit Zucker gesättigt sein wird, wird es mit der Zeit immer länger dauern, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Es kann bis zu zwei Minuten dauern.
    • Rühre die Mischung, bis sie klar ist. Wenn die Zuckerlösung trübe ist oder du merkst, dass sich der Zucker nicht mehr auflöst, dann stelle die Temperatur höher, damit das Wasser wieder richtig kocht. Heißes Wasser hat einen höheren Sättigungspunkt als kaltes Wasser, daher sollte sich der restliche Zucker durch erneutes Erhitzen im Wasser lösen können.
  3. Nimm die Zuckerlösung von der Kochstelle und lasse sie 15 bis 20 Minuten abkühlen. Es sollten sich keine Zuckerreste auf dem Topfboden befinden. Wenn ungelöster Zucker in das Glas gelangt, in dem sich dein Kandiszucker bilden soll, dann werden sich die Zuckerkristalle mit dem ungelösten Zucker verbinden, statt mit dem Faden oder dem Stöckchen.
    • Wenn sich Zuckerreste in deiner Lösung befinden, die sich nicht im kochenden Wasser gelöst haben, dann solltest du die Zuckerlösung durch ein Sieb gießen und nur die Flüssigkeit behalten.
    • Die Lösung, die du geschaffen hast, ist eine übersättigte Lösung, was bedeutet, dass das Wasser mehr Zucker aufgenommen hat, als es bei Zimmertemperatur tun würde. Beim Abkühlen sinkt der Sättigungspunkt des Wassers aber wieder, sodass er den gelösten Zucker nicht mehr vollständig halten kann. Dadurch wird der aufgelöste Zucker seine flüssige Form nicht mehr beibehalten können und stattdessen an dem Faden oder dem Stöckchen, die du in die Lösung hängst, auskristallisieren.
  4. Gib Farb- oder Geschmacksstoffe hinzu, wenn du keinen einfachen Kandiszucker haben möchtest. Versuche, eine Farbe zu wählen, die zur jeweiligen Geschmacksrichtung passt: Blau für Heidelbeere, Rot für Erdbeere, Lila für Weintrauben usw. So sind die Geschmacksrichtungen einfach zu erkennen. Achte darauf, die Farb- und Geschmacksstoffe gründlich unter die Lösung zu rühren, damit sie gleichmäßig verteilt sind.
    • Du wirst von den Geschmacksstoffen nur wenige Tropfen benötigen, versuche für optimale Ergebnisse aber, der Lösung einen satten Farbton zu geben.
    • Als Farb- und Geschmacksgeber kannst du auch Instantgetränkepulver untermischen.
    • Für Kandiszucker mit Zitronen-, Limetten-, Orangen- oder einem anderen Fruchtgeschmack könntest du auch einen Spritzer Fruchtsaft hinzugeben.
    • Probiere verschiedene Extrakte wie Pfefferminz, Erdbeere, Vanille oder gar Banane aus.
  5. Gieße die Lösung in das Glas oder den Behälter, in dem deine Zuckerkristalle wachsen sollen. Der Behälter sollte groß, zylindrisch und aus Glas sein, da Kunststoff schmelzen könnte, wenn du die heiße Lösung hineingießt. Fülle deinen Behälter fast bis zum Rand voll.
    • Vergewissere dich, dass der Behälter sauber ist und sich keine Staubpartikel in ihm befinden. Der Zucker kann sich sogar an Staubkörner hängen, doch du möchtest schließlich, dass er sich an deinen Faden bzw. deinem Stöckchen setzt, sodass sich dort Zuckerkristalle bilden.
    • Bedecke den Glasbehälter mit Wachs- oder Backpapier, damit sich kein Staub auf die Lösung setzen kann.

Fadenkandis herstellen

  1. Binde ein Fadenende um die Mitte eines Bleistiftes und knote eine Büroklammer an das andere Ende. Die Büroklammer dient als Gewicht, damit der Faden gerade nach unten gezogen wird und nicht die Seiten berührt. Die Länge des Fadens sollte etwa Zweidrittel der Behältertiefe betragen. Er sollte nicht so lang sein, dass die Büroklammer den Glasboden berührt. Auf diese Weise haben die Zuckerkristalle viel Platz zum Wachsen. Wenn der Faden den Boden oder die Seiten berührt oder zu dicht an sie gelangt, würde dies bewirken, dass deine Zuckerkristalle kleiner oder unförmig werden.
    • Benutze einen Faden aus natürlichen Fasern, wie Zwirn oder Nähgarn. Angelschnüre oder Nylonfäden sind zu glatt, sodass es für die Zuckerkristalle schwierig ist, feine Risse zu finden, in die sie sich setzen können, um zu wachsen.
    • Du kannst auch eine Unterlegscheibe oder eine Schraube zum Beschweren des Fadens verwenden, aber auch ein Kandisbrocken würde sich eignen. Letzteres könnte sogar dazu beitragen, dass sich die Kristalle schneller formen.
    • Der Bleistift sollte so lang sein, dass er auf dem Glasrand liegen kann, ohne hineinzurutschen. Du könntest stattdessen aber auch ein Buttermesser, einen Holzspieß oder einen Eisstiel benutzen. Es könnte sein, dass ein Buttermesser oder ein Eisstiel besser geeignet ist, da sie flach auf dem Glas aufliegen und so nicht herunterrollen können.
  2. Tauche den Faden in den Behälter mit der Zucker-Wasser-Lösung, nimm ihn wieder heraus und lege ihn zum Trocknen auf ein Blatt Wachspapier. Lege den Faden gerade hin, da er beim Trocknen aushärten wird. Während das Wasser verdampft, wirst du sehen können, wie sich bereits einige Kristalle an dem Faden formen. Dies sind die sogenannten Impfkristalle, die dabei helfen werden, dass sich um diese Bereiche größere Kristalle bilden können.
    • Du musst dich vergewissern, dass der Faden vollkommen trocken ist, ehe du zum nächsten Schritt übergehst. Außerdem solltest du sehr vorsichtig vorgehen, damit sich keiner der Impfkristalle vom Faden löst, wenn du ihn in die Lösung hängst.
    • Du kannst diesen Schritt überspringen oder versuchen, ihn zu beschleunigen, indem du den Faden befeuchtest und ihn in Kristallzucker rollst. Du musst dich aber auch hierbei vergewissern, dass der Faden vollkommen trocken ist, bevor du ihn in den Behälter hängst, und darauf achten, dass sich der Zucker nicht löst. Allerdings wird sich dein Kandiszucker schneller bilden und deine Erfolgschancen werden größer sein, wenn du vorher Impfkristalle sich bilden lässt.
  3. Tauche den Faden langsam in den Glasbehälter mit der Zucker-Wasser-Lösung und lege den Bleistift oben über den Rand des Behälters. Der Faden sollte gerade nach unten hängen und weder den Boden noch die Seiten des Behälters berühren. Bedecke die Lösung mit einem Papiertuch. Du solltest den Glasbehälter nicht luftdicht verschließen, da die Verdampfung ein entscheidender Bestandteil dieses Prozesses ist. Benutze also keine Plastikfolie oder Ähnliches.
    • Durch die Verdampfung des Wassers wird die verbleibende Lösung noch stärker mit Zucker gesättigt, sodass das Wasser den Zucker herausdrückt. Daher sammeln sich die Zuckermoleküle an dem Faden und werden zu Kandiszucker.
    • Befestige den Bleistift mit Klebeband an dem Behälter, damit er nicht herunterrollt oder sich bewegt, während sich die Kristalle bilden.
  4. Stelle den Behälter an einen sicheren, störungsfreien Platz. Um besonders große Kristalle zu bekommen, solltest du einen kühlen, dunklen Platz wählen, an dem das Wasser langsam verdampft, sodass die Zuckerkristalle viel Zeit zum Wachsen haben.
    • Wenn du aber möchtest, dass deine Zuckerkristalle sich schnell bilden, und es dir egal ist, wie groß sie werden, dann solltest du den Behälter an ein sonniges Plätzchen stellen, damit das Wasser möglichst schnell verdampft.
    • Erschütterungen können sich negativ auf die Kristallisierung auswirken. Stelle den Behälter daher nicht auf den Boden, sodass er vor den Erschütterungen, die beim Gehen entstehen, geschützt ist, und fern von Musik- oder anderen Geräuschquellen, wie Stereoanlagen oder Fernsehern.
  5. Warte eine Woche, damit die Kristalle Zeit haben, sich zu bilden. Du solltest den Behälter nicht berühren oder mit dem Finger leicht anklopfen, da dies die Kristalle beim Wachsen nicht nur stören könnte, sondern gar dazu führen könnte, dass sich einige der Kristalle vom Faden lösen und abfallen. Nach einer Woche sollten am Faden große, glatte Kristalle zu erkennen sein. Wenn du magst, kannst du aber auch noch einige Tage oder eine ganze Woche länger warten, um zu sehen, wie viel größer die Kristalle werden können.
  6. Nimm den Faden vorsichtig aus der Lösung und lege ihn zum Trocknen auf Wachspapier. Schneide die Büroklammer mit einer Schere ab.
    • Wenn der Kandiszucker am Glas festklebt, dann lasse etwas heißes Wasser über den Glasboden laufen. Dies sollte den Zucker so weit lösen, dass du deinen Kandiszucker herausziehen kannst, ohne ihn zu beschädigen.

Stangenkandis herstellen

  1. Befeuchte einen Holzspieß oder einen Eisstiel mit Wasser und rolle ihn in Kristallzucker. Der Kristallzucker wird zu den Impfkristallen werden, an die sich der gelöste Zucker hängen kann, um Zuckerkristalle zu formen. Die Impfkristalle sorgen dafür, dass sich der Kandiszucker besser bilden kann. Außerdem beschleunigen sie mitunter den Prozess, da sie den Zuckerkristallen ein einfaches Ziel zum Anhängen bieten.
    • Lasse das Stöckchen vollkommen trocknen, ehe du zum nächsten Schritt übergehst. Wenn der Zucker nicht fest am Holz haftet, kann er sich lösen und ins Glas fallen, sodass der Zucker auf dem Glasboden auskristallisiert und nicht an deinem Stöckchen.
  2. Sorge dafür, dass sich das Stöckchen in der Glasmitte befindet, sodass es weder die Seiten noch den Boden des Behälters berührt. Wenn das Stöckchen das Glas berührt, kann dies die Kristallbildung beeinträchtigen und dein Stangenkandis könnte am Boden oder an den Seiten festkleben.
    • Bemühe dich, dass die Spitze des Stöckchens etwa 2,5 cm vom Glasboden entfernt ist.
  3. Befestige eine Wäscheklammer an dem trockenen Ende des Stöckchens und lege die Wäscheklammer über den Glasrand. Du solltest das Stöckchen in der Mitte der Wäscheklammer möglichst dicht an der Feder befestigen. Du kannst eine besonders große Wäscheklammer verwenden, wenn der Glasbehälter eine sehr große Öffnung hat.
    • Dein Stöckchen sollte nun mit der Wäscheklammer fixiert sein und sich noch immer genau in der Mitte des Behälters befinden.
    • Decke den Behälter mit einem Papiertuch ab. Du kannst für das Stöckchen ein kleines Loch in das Papiertuch stechen.
  4. Stelle den Glasbehälter an ein sicheres, störungsfreies Plätzchen. Musik, Fernsehgeräusche und viele andere Tätigkeiten können Erschütterungen hervorrufen, welche die Kristallbildung stören oder gar dazu führen können, dass sich die Kristalle vom Stöckchen lösen und abfallen. Für ein optimales Kristallwachstum solltest du den Glasbehälter an einem kühlen Ort oder einen mit Zimmertemperatur aufbewahren, der fern von Geräuschen ist und an dem selten jemand entlanggeht.
  5. Warte ein bis zwei Wochen, bis dein Stangenkandis fertig ist. Widerstehe der Versuchung, das Glas zu berühren oder an ihm zu klopfen, da dies zur Folge haben könnte, dass die Zuckerkristalle vom Stöckchen fallen. Wenn du mit der Menge und Größe der Kristalle zufrieden bist (oder sie einfach nicht mehr zu wachsen scheinen), kannst du das Stöckchen vorsichtig herausnehmen und zum Trocknen auf ein Stück Wachspapier legen.
    • Wenn sich auf der Oberfläche der Lösung eine Kruste gebildet hat, dann nimm ein Buttermesser und durchbreche sie vorsichtig. Achte aber darauf, nicht zu dicht an deinen Stangenkandis zu kommen.
    • Wenn der Stangenkandis am Glas festklebt, lasse etwas heißes Wasser über den Gasboden laufen. Dies sollte den Zucker so weit lösen, dass du deinen Stangenkandis herausziehen kannst, ohne ihn zu beschädigen.
  6. Fertig.

Zutaten

  • 470 ml Wasser (etwa zwei Tassen)
  • 960 g weißer Kristallzucker (etwa vier Tassen)
  • Lebensmittelfarbe (optional)
  • Aromen (optional)

Tipps

  • Wenn du nach ein oder zwei Tagen noch keine Kristalle am Faden erkennen kannst, entferne den Bleistift samt Schnur, koche die Lösung noch einmal auf und versuche etwas mehr Zucker unterzumischen. Wenn sich mehr Zucker löst, dann hast du zu Anfang nicht genug Zucker in die Lösung gegeben. Du kannst dann mit der nun völlig gesättigten Lösung noch einmal mit dem Prozess beginnen.
  • Dies eignet sich auch als Schulprojekt für den Chemie- oder Physikunterricht.
  • Der Prozess könnte länger als erwartet dauern – habe Geduld!

Warnungen

  • Bewege den Glasbehälter nicht oder stecke deine Finger in die Lösung. Es würde die Bildung der Zuckerkristalle stören. Zwar würde das Ganze wahrscheinlich noch funktionieren, allerdings würde es die Zuckerkristalle in ihrem Wachstum beeinträchtigen.

Was du brauchst

Zuckerlösung

  • Kochtop oder Pfanne
  • Holzlöffel

Fadenkandis

  • Eisstiel, Holzspieß, Buttermesser oder Bleistift
  • Faden
  • Büroklammer oder Unterlegscheibe
  • Großen, schmalen Glasbehälter (nicht aus Kunststoff)

Stangenkandis

  • Holzspieß oder Eisstiel
  • Wäscheklammer
  • Großen, schmalen Glasbehälter (nicht aus Kunststoff)
Теги:
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.
ТОП Комментарии
Статьи