Einen Konflikt am Arbeitsplatz lösen

Опубликовал Admin
1-10-2017, 07:00
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Einen Konflikt am Arbeitsplatz kannst du nicht gewinnen. Einen Konflikt zu gewinnen bedeutet nämlich, unabhängig davon, was die andere Person will, dein Ziel zu erreichen. Da das dahinterliegende Problem jedoch nicht gelöst wird, wird es später wieder auftauchen. Es ist daher viel besser, einen Konflikt zu lösen, statt ihn zu gewinnen. Ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz machen alle Involvierten unglücklich und können zu Feindschaften, dem Vermeiden von jeglicher Kommunikation, ineffizienten Teams, Stress und geringer Produktivität führen. Hier stellen wir einige wichtige Schritte zur Konfliktlösung am Arbeitsplatz vor.

Vorgehensweise

  1. Realisiere, dass einige Konflikte im Arbeitsleben unvermeidbar sind. Wenn sich Menschen mit etwas verbunden fühlen, gekündigt werden oder es zu Veränderungen und der Umsetzung neuer Ideen kommt, ist es wahrscheinlich, dass Konflikte und Unstimmigkeiten auftreten. Dies bedeutet nicht, dass du dich dem Konflikt hingeben oder einfach so Ärger produzieren sollst, aber es bedeutet auch nicht, dass ein Konflikt das Ende der Welt ist. Es kann der Beginn eines interessanten Lernprozesses sein. Konflikt bedeutet, dass Menschen sich soweit betroffen fühlen, dass sie eine entgegengesetzte Meinung entwickeln. Der Trick liegt darin, nicht zuzulassen, dass der Konflikt für immer bestehen bleibt.
  2. Kümmere dich so früh wie möglich um den Konflikt. Löse den Konflikt wenn er entsteht, da es sonst immer schlimmer wird. Konflikte am Arbeitsplatz entstehen nicht, da etwas Bestimmtes gesagt wurde, sondern dadurch, dass etwas Bestimmtes nicht ausgesprochen wurde. Jeder wartet darauf, dass der andere zugibt, dass er im Unrecht ist und wird immer unfreundlicher, wenn der Konflikt erst einmal eine Weile vor sich hingebrodelt hat. Es ist notwendig, die Warterei zu unterbrechen, bevor es soweit kommt.
  3. Frage nett nach. Wenn jemand etwas getan hat, was dich sauer gemacht hat oder wenn du die Sichtweise oder das Handeln des Anderen nicht verstehst, hilft es meistens, einfach nachzufragen, damit sich etwas ändert. Unterstelle nie, dass jemand etwas tut, nur um dich zu nerven oder zu ärgern. Manchmal gibt es einen guten Grund, weshalb die Person das tut was er oder sie tut (auch wenn es dir richtig auf die Nerven geht), und ein potentieller Konflikt entsteht genau an dieser Stelle. Fange an dieser Stelle an nachzuforschen, aber beschuldige niemanden: „Sag mal, Ich habe mich gefragt, warum du das gestern getan hast“ oder „Mir ist aufgefallen, dass du häufig Y tust. Warum ist das so?“ sind gute Beispiele, wie du eine solche Konversation beginnen kannst. „Warum zur Hölle musst du immer Z!“ ist dagegen weniger konstruktiv.
  4. Bitte die andere Person, über die Situation zu sprechen. Ein gehetztes Gespräch am Schreibtisch zwischen E-Mails und Anrufen wird nicht viel bringen. Du brauchst hierzu einen Ort, an dem ihr nicht gestört werdet, sowie Zeit, um das Thema zu besprechen.
  5. Beobachte. Identifiziere das, was du siehst, neutral und objektiv. Nun musst du die Situation und ihre Tatsachen so objektiv wie möglich beschreiben. Was passiert eigentlich? Wann und wie passiert etwas? Was tut die andere Person, und was tust du? Du darfst nur Fakten berücksichtigen, sie tatsächlich beobachtbar sind und keine Rückschlüsse ziehen oder raten, was die andere Person denkt oder tut. Du kannst sagen „Mir ist aufgefallen, dass du mich bei unseren Treffen immer kritisiert“, da dies eine Tatsache ist. Du kannst hingegen nicht sagen „Mir ist aufgefallen, dass du meine Ideen nicht mehr respektierst“, da du damit etwas über die andere Person annimmst.
  6. Entschuldige dich. Entschuldige dich für deinen Anteil an dem Konflikt. Normalerweise hat jeder der Beteiligten etwas getan, was den Konflikt entstanden lassen oder intensiviert hat. Denke daran: Du nimmst damit nicht die ganze Schuld auf dich, du übernimmst Verantwortung für deinen Anteil an dem Konflikt.
  7. Erkenne den anderen an. Lobe dein Gegenüber. Sage ihm oder ihr, warum es wert ist, den Konflikt zu lösen. Das kann schwierig sein, da die wenigsten Menschen es als einfach empfinden, eine Person zu loben und anzuerkennen, mit der sie nicht einer Meinung sind, aber es ist eine tolle Möglichkeit, weiterzukommen.
  8. Erkenne die Konsequenzen. Wohin hat der Konflikt dich und das Unternehmen geführt? Warum ist er ein Problem? Die Konsequenzen des Konfliktes zu benennen zeigt, warum es wichtig ist, ihn zu lösen. Es hilft den Beteiligten außerdem, ihre Perspektive zu wechseln und den Konflikt von außen zu betrachten.
  9. Definiere ein Ziel. Wie sieht ein gutes Ergebnis aus? Es ist wichtig, ein Ziel zu definieren, damit beide Seiten wissen, welchem Ergebnis sie entgegenstreben. Es wird so wahrscheinlicher, dass das Ziel auch erreicht wird.
  10. Stelle Forderungen. Frage nach bestimmten Aktionen, die bereits durchgeführt werden können. Zum Beispiel: „Ich schlage vor, dass wir eine neue Regel einführen: Wenn einer von uns während eines Meetings etwas vorschlägt und die andere Person anderer Meinung ist, beginnen wir zunächst damit zu kommentieren, was an der Idee gut ist und anschließend sagen wir, wie es noch besser sein könnte. Wenn wir beginnen, uns gegenseitig zu attackieren so wie es in der Vergangenheit war, schlage ich außerdem vor, dass wir uns beide eine Weile zurückziehen und unter vier Augen darüber reden, statt vor dem gesamten Team zu diskutieren. Und was denkst du darüber, dass wir nach unserem nächsten Projekttreffen ein kurzes Gespräch ansetzen um zu evaluieren, wie es gelaufen ist?"
  11. Suche dir einen Mediator. Einige Konflikte können von den Beteiligten allein nicht gelöst werden, und Mediatoren können helfen. Bei der Mediation wird eine dritte Person, welche auf diesem Gebiet geschult ist und welcher man traut, zur Hilfe herangezogen. Ein guter Mediator hilft den Streitenden, ihre eigene Lösung zu finden statt Ratschläge zu geben oder die Beteiligten in Richtung einer speziellen Lösung zu drängen. Sei vorsichtig bei der Wahl eines Mediators. Der Mediator (oder die Mediatorin) sollte jemand sein, der ein formelles Training hierzu absolviert und umfangreiche Erfahrung hat, außerdem sollte er oder sie unter Supervision gearbeitet haben. Wenn dies nicht der Fall ist kann es sein, dass der Mediator mehr Schaden anrichtet als er Gutes bewirkt.
  12. Ziehe einen Anwalt hinzu. Einige Konflikte beinhalten Unstimmigkeiten darüber, was gesetzmäßig ist und was nicht, oder ob das Gesetz eingehalten wird. Informanten, die Gesetzesverstöße anzeigen, haben möglicherweise eine spezielle Versicherung und werden diese eventuell auch ausschöpfen. Wenn der Konflikt daraus entstanden ist, dass durch einen Betrug Geld aus der Staatskasse eingestreicht werden sollte, kann es sein, dass Informanten spezifische Vorgehen benötigen, um ihre Rechte zu verteidigen.

Tipps

  • Es gibt keine Garantie dafür, dass die hier beschriebene Methode den Konflikt an deinem Arbeitsplatz lösen wird. Es kann sein, ist aber nicht sicher. Selbst wenn es nicht funktioniert wirst du aber immerhin zufrieden sein, es versucht zu haben. Du hast dich für eine Weile über den Konflikt gestellt und versucht, ihm positiv und konstruktiv entgegenzutreten. Niemand kann mehr von dir erwarten.
  • Bleibe optimistisch, egal was passiert. Es wird dir helfen.
  • Andere zu bitten, das Problem zu diskutieren mag der härteste Teil des ganzen Prozesses sein. Es kann sehr schwer sein, den ersten Schritt zu machen. Tue es dennoch!
  • Es ist wichtig, dass du darauf vorbereitet bist, der anderen Person gut zuzuhören, wenn du an einem Meeting mit deinen Kollegen teilnimmst, auch wenn dir das schwerfällt. Bitte die andere Person, dir ebenfalls respektvoll zuzuhören, ohne zu unterbrechen.
  • Um den Konflikt zu verstehen kannst du eine Technik nutzen, bei der dein Gegenüber stichwortartig für alle sichtbar aufschreibt, wo es Konflikte und Probleme gibt. Bleibe ruhig sitzen, solange die Person die Stichworte erklärt. Wenn er oder sie fertig ist, gehe die Liste noch einmal so gründlich wie möglich durch und gebe die einzelnen Punkte in deinen eigenen Worten wieder. Die andere Person weiß so, dass du gut zugehört und verstanden hast. Anschließend schreibe deine eigene Liste und wiederhole den Prozess. Wenn der Konflikt für alle klar verständlich ist, ist es normalerweise einfacher, eine gemeinsame Lösung zu finden.
  • Informationen darüber, wie man mit einer speziellen Art von Konflikt mit einem passiv aggressivem Kollegen umgeht gibt es hier.
  • Mehr Informationen über passive Aggression gibt es hier: http://knol.google.com/k/nora-femenia-phd/passive-aggressive-behavior-in-the/3pbxoslyphya5/5#

Warnungen

  • Wenn du einen Konflikt mit einem deiner Vorgesetzten hast sind die vorgeschlagenen Schritte eventuell nicht durchführbar, vor allem, wenn dein Vorgesetzter unsicher ist.
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