Ein Iglu bauen

Опубликовал Admin
14-01-2018, 14:00
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Auch wenn das Wort „Iglu“ in der Sprache der Inuit viele Arten von Behausungen im Schnee bezeichnen kann, beschreibt dieser Artikel das, was sich die meisten Leute unter einem Iglu vorstellen: ein kuppelförmiges Gebäude aus Schneeblöcken (auch Schneehaus genannt). Ein richtig gebautes Iglu erhält die Temperatur zwischen −7 °C und 16 °C, sogar wenn die Außentemperaturen auf −45 °C abfallen.

Vorgehensweise

  1. Suche einen leichten Hang (optional). Ein Iglu an einem Hang zu bauen, spart Zeit, Energie und viel schweres Heben. Wenn du ein Iglu zum Spaß baust und den klassischen Iglu-Look erreichen willst, ist eine flache Stelle ok, aber in einer echten Survival-Situation sind Zeit und Ressourcen sehr wichtig.
    • Vermeide freistehende Hügel, da dies oftmals unter dem Schnee begrabene Stämme oder Baumstümpfe sind. Im Zweifel prüfe mit einem langen Stock, um sicherzustellen, dass du keine unbrauchbare Stelle für dein Iglu freigräbst.
  2. Bereite die Eisblöcke vor. Die einfachste Art, Schneeblöcke zu fabrizieren, ist einen langen, geraden Graben auszuheben (so tief wie die Blöcke hoch werden sollen) und dann die Blöcke auf beiden Seiten des Grabens mit einer Handsäge (oder einer Schneesäge, wenn du hast, abzuschneiden. Wenn du das Iglu zum Spaß baust, kannst du auch gekaufte oder selbst hergestellte Schneeformen verwenden.
    • Da Schnee klebt und das Design eines Iglus sehr variabel ist, solltest du den Graben im Voraus ausheben, aber die Schneeblöcke nach Bedarf ausschneiden. Dadurch kannst du besser steuern, wie gut die Teile zusammenpassen.
    • Um selbst formen für die Blöcke herzustellen, nagelst du vier Bretter im rechten Winkel zusammen (mit anderen Worten sieht es aus wie eine Kiste ohne Boden und Deckel). Auch rechteckige Behälter wie Mülleimer funktionieren.
  3. Grabe den Eingangsgraben. Der Eingang ist immer der niedrigste Teil des Iglus, sodass kalte Luft, die absinkt, nach außen gedrückt und warme Luft, die aufsteigt, im Inneren eingeschlossen wird. Der Graben sollte mindestens 60cm breit sein, damit dein Körper bequem hindurch passt.
    • Wenn du an einem Hügel arbeitest, grabe einfach einen horizontalen Graben gerade in den Hang, unterhalb der Stelle an der das Iglu stehen soll.
    • In flachem Schnee gräbst du einen Graben nach unten und dann in einem Winkel dorthin, wo später die Hauptkammer des Iglus liegen soll. Grabe in einem sanften Winkel (damit man leichter in und aus dem Iglu gehen kann), aber tief; je tiefer in dem bereits aufgetürmten Schnee du dein Iglu beginnst, desto höher sind die ausgegrabenen Wände (und desto weniger Schneeblöcke musst du darüber aufschichten).
    • Grabe nicht so tief, dass du auf Erde stößt. Schnee isoliert wunderbar und sollte den gesamten Innenbereich bedecken.
  4. Grabe nach unten bis zu den Schlafbereichen. Die Schlafbereiche sollten so tief wie möglich in den Schnee gegraben werden, aber höher als der Eingang, um dich warm zu halten (die Seiten dieses ausgegrabenen Bereichs sollten auf allen Seiten mindestens 15cm breiter sein als du, damit du bequem schlafen kannst; denke jedoch daran, dass je größer du den Innenraum des Iglus anlegst, desto höher und breiter die Kuppel sein muss. Wenn du eine Schlaf-Plattform baust, lege sie senkrecht zum Eingang an; wenn du zwei baust, lege sie parallel zum Eingang jeweils auf einer Seite an. Wenn du keinen riesengroßes Iglu bauen willst, sind drei Schlaf-Plattformen nicht empfehlenswert. Lasse eine Lücke zwischen dem Eingang des Iglus und den Plattformen, sodass du leicht hinein und hinaus kommst.
    • Wenn das Iglu genügend tief in den Schnee gegraben wurde und der Kopf beim Schlafen noch immer deutlich unterhalb der Schneeoberfläche liegt (ohne die Wände des Iglus zu berücksichtigen), kannst du die Plattform kürzer anlegen als sie sein muss und dann, wenn der Iglu fertig ist, weiteren Schnee aushöhlen, um die Plattform zu verlängern.
  5. Wenn nötig, begradige die Oberseite der ausgegrabenen Iglu-Wände. Dies vereinfacht das Auflegen und Schichten der Eisblöcke. Wenn die Oberkante des Schnees sehr stark geneigt ist, begradige sie in mehreren Schritten (um so viel Wand wie möglich stehen zu lassen); die L-förmigen Ausschnitte lassen sich leicht mit Schneeblöcken füllen, wenn es soweit ist.
  6. Blockiere (vorübergehend) den Eingangsgraben mit Schneeblöcken. Dadurch kannst du Schneeblöcke über den Eingang stapeln, ohne einen Einsturz zu riskieren. Die Oberkante sollte eine Höhe haben, bei der deine erste Reihe Schneeblöcke eben ist.
    • Wenn du mit einem Partner arbeitest, musst du ihn in der Zwischenzeit einschließen.
  7. Lege den ersten Ring aus Blöcken hin. Da du rechteckige Blöcke im Kreis legst, gibt es um die Kanten herum dreieckige Lücken; stopfe diese fest mit Schnee aus. Dadurch passen die Stücke nicht nur besser zusammen, sondern das Bauwerk erhält auch mehr Stabilität.
  8. Staple einen zweiten Ring Blöcke über den ersten. Staple die Blöcke wie Ziegelsteine und fülle weiterhin die Lücken aus.
  9. Staple weitere Schichten darauf und ordne die Steine jedes Mal etwas weiter nach innen an, sodass die Wände eine Kuppel bilden.
    • Wenn du weiter nach oben kommst, brauchst du kleinere Steine.
    • Die Winkel lassen sich besser bemessen, wenn eine Person innen und eine außen arbeitet.
  10. Lege den „First-Block“ auf. Schneide einen First-Stein zu, der etwas größer ist als die obere Öffnung des Iglus. Wenn möglich sollten zwei Leute diesen anheben und auf das Iglu setzen. Die Person im Iglu sollte den Block so anpassen, dass er satt in die Öffnung passt (wenn du ganz allein arbeitest, hebe dir das Anpassen für später auf, wenn du den Iglu wieder betreten kannst).
    • Wenn sich nur eine Person außen am Iglu befindet, muss sie sich an die Igluwände lehnen, um den letzten Stein aufzusetzen. Auch wenn die Wände dies aushalten sollten, ist es der Firststein, der das Iglu stabilisiert und es besteht immer die Möglichkeit, dass das Iglu ohne diesen unter deinem Gewicht zusammenbricht.
  11. Schneide einen Eingang in die Blöcke im Graben. Nimm die Blöcke nicht einfach heraus, sondern schneide einen Bogen in die Blöcke, um die Struktur so stabil wie möglich zu machen.
  12. Stelle die Innenwände fertig. Glätte die Kuppel von innen so gut wie möglich und schnitze längliche Kerben hinein, damit der schmelzende Schnee abfließen kann, ohne auf dich zu tropfen. Wenn nötig, passe den Firststein ein und verlängere die Schlaf-Plattform(en), indem du unterhalb der Schneeblöcke in den Schnee gräbst.
  13. Wenn du möchtest, baue weitere Räume. Wiederhole diesen Vorgang und baue neue Strukturen an die alten, um Räume zu verbinden.
  14. Blockiere den Eingang vor dem Schlafengehen teilweise vor dem Schlafen, um Ersticken zu verhindern. Stelle einen Rucksack (oder sogar einen großen, mit Schnee gefüllten Müllsack) in den Eingang, sodass auf allen Seiten mehrere Zentimeter Luft bleibt, damit kein Schnee den Graben füllen kann, während du schläfst und dir den Sauerstoff abschneidet. Du kannst oben oder in die Seite des Iglus auch ein kleines Luftloch bohren, dies füllt sich bei einem Schneesturm jedoch schnell.

Tipps

  • Sei wählerisch, was den Schnee angeht. Es muss Packschnee sein. Wenn es kurz vor dem Schneien gefroren hat und die untere Schicht glatt ist, wird das Iglu auch nicht besonders bequem sein.
  • Die Wände dürfen nicht zu dünn sein. Komprimiere den Schnee, damit er stabiler ist.
  • Stecke einen langen Stock oder Zweig in den vorletzten oder letzten Stapel Schneeblöcke, damit das Iglu nicht einstürzt.
  • Wenn möglich, arbeite mit einem Partner. Obwohl man ein Iglu auch allein bauen kann, ist es viel einfacher, wenn eine Person von innen und eine von außen arbeitet – vor allem beim Einsetzen des „Firststein“-Eisblocks.
  • Wenn du mehr Hilfe bekommen kannst, arbeite nicht nur mit einem Partner, sondern mit 3 oder 4.
  • Mit einer wasserdichten Picknickdecke hast du es bequemer.
  • Block-Formen sind einfacher.

Warnungen

  • Schnee ist schwer; baue nicht allein für den Fall, dass das Iglu einstürzt.
  • Gieße kein Wasser auf die Wände des Iglus, um sie zu einer festeren, stabileren Form zu gefrieren. Dies vermindert die Isolation des Schnees.
  • Wenn das Iglu groß und gut belüftet ist, kann man darin kleine Kochplatten betreiben, verwende sie jedoch sparsam zum Erhitzen von Wasser, nicht zum Heizen. Stelle den Kocher auch irgendwo auf, wo die Dämpfe aus dem Iglu abziehen können (also über Kopfhöhe und unter einem Lüftungsloch).
  • Zünde im Iglu kein Feuer an. Die Körperwärme und passende Kleidung hält dich auch ohne Feuer im Inneren des Iglus warm – ganz zu schweigen davon, dass ein Feuer den Sauerstoff verbrauchen kann. Eine Kerze ist sicherer.
  • Ein Iglu zu bauen, ist nicht die bequemste Art, in einer Survival-Situation Unterschlupf zu finden.

Was du brauchst

  • Viel Schnee – 25cm tief ist das absolute Minimum
  • Schaufel
  • Handsäge oder Schneesäge
  • Schneestab oder langer Stock
  • Angemessene Kleidung
  • Eisaxt/Pickel (optional)
  • Handschaufel (optional)
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