Kinder zwischen 3 und 9 Jahren unterrichten

Опубликовал Admin
13-04-2018, 23:00
837
0
Kinder wachsen und entwickeln sich zwischen 3 und 9 Jahren sehr stark. Mit 3 Jahren entwachsen sie dem Babyalter und werden zu Kindern. Sie haben eine reiche Fantasie, große Ängste und sind gerne körperlich aktiv. Wenn sie vom Vorschul- ins Schulalter kommen, werden sie unabhängiger und gewinnen das Selbstbewusstsein, neue Dinge auszuprobieren. Ihre kognitiven Fähigkeiten und die Sprachentwicklung verändern sich in diesem Alter drastisch; die Kinder hören auf, immer die gleichen „Warum?“-Fragen zu stellen und lernen, schlüssige Geschichten zu erzählen und an Witzen und Rätseln Spaß zu finden. Ganz egal, was deine Rolle im Leben eines Kindes ist (Lehrer, Elternteil oder Betreuer), gibt es einige Wege, um das Lernen produktiv, unterhaltsam und für beide interessant zu gestalten.

Anhand von Spielen unterrichten und ein gutes Beispiel sein

  1. Lies deinen Kindern vor. Kindern laut vorzulesen ist allgemein anerkannt als die wichtigste Fähigkeit bei der Sprachentwicklung. Es stärkt ihr Bewusstsein für den Wortlaut, was ihren eigenen Erfolg später beim Lesen entscheidend mitbestimmt. Es stärkt auch die Motivation, die Neugierde, das Erinnerungsvermögen und natürlich den Wortschatz. Wenn Kinder bereits gute Erfahrungen mit Büchern machen, wenn sie sehr jung sind, werden sie wahrscheinlich auch in ihrem späteren Leben dieses Gefühl der Freude und des Selbstbewusstseins beim Lesen beibehalten.
    • Finde Bücher mit Bildern für die kleineren Kinder (3-6 Jahre) und erlaube den Kindern, dich beim Lesen zu unterbrechen und Fragen zu stellen oder beim Lesen über das Buch zu sprechen.
    • Habe zuhause eine Vielzahl an Büchern, die zum Alter und zu den Interessen der Kinder passen, um das eigenständige Lesen der Kinder zu fördern. Frage die Kinder, was sie gerne lesen und bringe ihnen entsprechende Bücher.
    • Lies älteren Kindern weiter laut vor; sie sind nie wirklich zu alt dafür! Jede Nacht vor dem Schlafengehen oder am Ende eines Schultags sind perfekte Momente dafür.
  2. Spiel Spiele mit den Kindern, die die Fantasie anregen. Vater-Mutter-Kind oder andere fantasievollen Spiele sind sehr wichtig für die Vorstellungskraft der Kinder, sowie ihre soziale und sprachliche Entwicklung. Sie werden nichts mehr lieben, als dich in ihrer kleinen Fantasiewelt mitspielen zu lassen.
    • Mach ihre Aktivitäten gelegentlich nach. Wenn ein Kind einen Stein aufhebt und damit herumfährt als wäre er ein Auto, nimm selbst einen Stein und mach das auch. Das Kind wird das wahrscheinlich toll finden.
    • Hab eine „Requisitenkiste“ für Fantasiespiele im Haus oder im Klassenzimmer, in der alte Kleidung und Hüte, Taschen, Telefone, Zeitschriften, (unzerbrechliche) Kochutensilien und Geschirr und andere Gegenstände wie Postkarten, alte Eintrittskarten, Münzen, etc. enthalten sind.
  3. Bastelt. Ausmalen, Zeichnen und Basteln sind nicht nur großartige Wege, um Kinder an Regentagen zu beschäftigen, sondern helfen auch, ihre Feinmotorik und ihr Verständnis für Farben und Zahlen zu entwickeln und sie wissenschaftliche Prozesse, wie die Funktionsweise von Kleber, verstehen zu lassen. Achte darauf, die richtigen Werkzeuge und Materialien zu verwenden, wie kindergerechte Scheren.
    • Mit kleineren Kindern versucht es mit Fingerpüppchen, Schmuck aus Nudeln oder Filzcollagen.
    • Größere Kinder lieben es oft, aus Zeitschriften Collagen zu machen, zu Töpfern oder Masken zu basteln.
    • Schafft euch zuhause oder im Klassenzimmer einen „Kunstraum“, wo ihr Papier, Stifte, Ölkreiden, Buntstifte, Scheren, Kleber und andere Bastelmaterialien wie Filz, Schaum, Pfeifenputzer, Klopapier, etc. aufbewahrt.
  4. Singt und macht Musik. Musik wird seit Langem mit der Entwicklung des mathematischen Denkens in Verbindung gebracht. Rhythmen und das Mitzählen im Takt fördern die mathematischen Fähigkeiten und Liedtexte fördern auch die sprachlichen Fähigkeiten. Kinder verwenden Musik auch gerne zur Entwicklung körperlicher Fähigkeiten, da sie gerne rennen, tanzen und springen während Musik läuft.
    • Sing den Kindern Kinderlieder vor. Sie werden die lustigen Texte und die Wiederholungen darin lieben und werden lernen, sie mit dir gemeinsam zu singen.
    • Finde beliebte Kinderlieder auf CDs oder online und spiele sie zuhause oder im Klassenzimmer in der Pause.
    • Ältere Kinder (7-9 Jahre) entwickeln vielleicht ein besonderes Interesse für ein Instrument oder für das Singen und Tanzen. Wenn sie das tun, versuche, dieses Interesse zu fördern, indem du ihnen ein Instrument für Anfänger gibst oder sie Stunden bei einem Musik- (oder Gesangs- oder Tanzlehrer) nehmen lässt.
  5. Macht gemeinsam Sport. Selbst wenn du nicht der sportlichste aller Betreuer bist, ist es wichtig für die körperlichen und motorischen Fähigkeiten der Kinder, Sport zu machen und aktiv zu spielen. Beim Sport lernen sie auch Ehrlichkeit, Teamarbeit, Fairness und Respekt für Regeln, sich selbst und andere.
    • Wähle eine Sportart, die du manchmal mit deinen Kindern spielst und besorge die Dinge, die zum Spielen notwendig sind. Zum Beispiel, besorgt euch einen Basketball und findet Plätze, wo ihr spielen könnt, oder besorgt euch einen Baseball, Handschuhe und einen Schläger und versucht, mit den Kindern in der Nachbarschaft ein Team aufzustellen und Spiele zu organisieren.
    • Wenn du im Klassenzimmer unterrichtest, fördere das Interesse deiner Schüler am Sport, indem du ihnen Sportausrüstung für die Pause bietest, sie fragst, wann sie Spiele oder Wettbewerbe haben, und zu Sportveranstaltungen in der Schule oder der Umgebung gehst, an denen sie teilnehmen.
  6. Nimm deine Kinder mit, wenn du Besorgungen machst. Das solltest du nur machen, wenn die Zeit und das Alter deiner Kinder dafür passen. Do solltest dreijährige Kinder nicht während der Zeit ihres Mittagsschlafs zu Besorgungen mitnehmen (außer du hast keine andere Wahl), aber sonst können Kinder bei Besorgungen wichtige Fähigkeiten fürs richtige Leben auf unterhaltsame Weise lernen. Erkläre auf eine Weise, die Kinder verstehen können, was du bei bestimmten Besorgungen machen musst. Mach aber mit ihnen nicht zu viele Dinge auf einmal, damit du sie nicht zu sehr ermüdest, langweilst oder frustrierst.
    • Erkläre, was du dir von ihnen erwartest, wenn ihr gemeinsam Besorgungen macht. Erkläre deinem Kind, dass es dir im Supermarkt helfen kann, Müsli auszuwählen, aber nicht selbst Dinge aus dem Regal nehmen oder wegen einer Süßigkeit, die es nicht bekommt, weinen darf.
    • Sprich über die Kosten und den Zweck von verschiedenen Dingen und Dienstleistungen, die ihr kauft. Erkläre, was man am Postamt oder beim Automechaniker macht. Erkläre, wo verschiedene Nahrungsmittel herkommen und wie sie in die Regale des Supermarktes kommen.
    • Denk daran, dir Zeit zu nehmen. Du wirst Besorgungen gemeinsam mit deinen Kindern nicht so schnell erledigen können, wie das ohne sie der Fall wäre und das ist in Ordnung. Verwende die Zeit als Lernerfahrung für sie.
  7. Bitte um ihre Hilfe. Kleine Kinder lieben es, zu helfen. Es gibt ihnen das Gefühl, wichtig zu sein und wertgeschätzt zu werden. Stärke dieses Gefühl, wenn sie älter werden, indem du sie bei verschiedenen Tätigkeiten um Hilfe bittest. Schritt für Schritt werden sie durch Beobachtung und Imitation lernen, gewisse Tätigkeiten selbstständig zu erledigen und Verantwortungsgefühl zu entwickeln.
    • Bitte Vorschulkinder, ihre Spielsachen aufzuheben und sie an den richten Orten zu verstauen. Lobe sie dafür, gute Helfer zu sein.
    • Beginne, indem du deinem älteren Kind (7-9 Jahre) eigene Aufgaben im Haushalt. Gib ihm ein bisschen Geld dafür, wenn es die Aufgaben gut und ohne sich zu beschweren erledigt. Rate ihm, dieses Geld zu sparen, um sich später etwas zu kaufen, das es haben möchte.
    • Wenn du im Klassenzimmer bist, entwickle ein System, nachdem sich die Schüler bei verschiedenen Aufgaben abwechseln, wie dem Abwischen der Tafel, Putzen der Schreibtische, Austeilen von Arbeitsblättern, Einsammeln von Hausaufgaben, Ausleeren des Mülleimers, etc. Du kannst auch dafür mit Belohnungen zusätzliche Anreize bieten.

Direktes Unterrichten

  1. Unterteile neue Informationen in kleine Einheiten. Wenn du Kindern etwas Neues beibringst, musst du bedenken, dass das, was sie wissen, nicht dem Wissen eines Erwachsenen entspricht. Du wirst Ideen vereinfachen und damit beginnen müssen, was sie bereits wissen. Lehrer bezeichnen dieses vereinfachende und aufbauende Lernen als Unterteilen und Aufbauen.
    • Finde heraus, was dein Kind bereits über das neue Konzept weiß, das du ihm beibringen willst und baue darauf auf. Wenn du neue Wörter unterrichtest, verwende Wörter, die das Kind bereits kennt, um die neuen Wörter zu definieren. Wenn du beim Erklären ein Wort verwendest, von dem du nicht weißt, ob das Kind es versteht, kannst du fragen, „Weißt du, was das heißt?“. Wenn nicht, verwende ein anderes Wort, um es zu erklären.
  2. Wiederholt häufig. Du wirst wahrscheinlich häufig das Gleiche auf verschiedene Arten sagen müssen, wenn du Kinder unterrichtest, besonders wenn du mit mehr als einem Kind auf einmal arbeitest. Alle Kinder lernen unterschiedlich schnell und haben unterschiedliche Lernstile, daher solltest du damit rechnen, dich wiederholen und viele Dinge mehrmals sagen zu müssen.
  3. Verwende visuelle Hilfsmittel. Grafische Organisationen, Bilder und Grafiken sind allesamt hilfreich, wenn es darum geht, Kindern neue Informationen auf vielfältige Weise näherzubringen. Grafische Organisationen, auch Wissenslandkarten genannt, sind spezifische Werkzeuge, die oft dafür verwendet werden, um Informationen im Unterricht für kleine Kinder in kleinere Einheiten zu unterteilen. Sie können verwendet werden, um Informationen auf verschiedene Arten zu organisieren, wie die Darstellung von Abläufen oder Ursache und Wirkung in Geschichten, sowie die Kategorisierung beim Lernen neuer wissenschaftlicher Begriffe.

Mit Kindern sprechen

  1. Hör zu und beantworte Fragen. Kinder stellen auf natürliche Weise Fragen, um etwas Neues zu lernen. Nimm dir Zeit, um dir ihre Fragen anzuhören und versuche, eine so gut wie mögliche Antwort zu finden, um ihre Frage direkt zu beantworten. Manchmal wirst du nachfragen müssen, um die Frage richtig zu verstehen. Du kannst das herausfinden, indem du sie in eigenen Worten wiederholst und fragst, „Ist es das, was du wissen willst?“. Nachdem du geantwortet hast, kannst du fragen, „Habe ich deine Frage damit beantwortet?“
    • Wenn dir dein Kind zuhause Fragen stellt aber du gerade keine Zeit hast, um diese zu beantworten, sag ihm, dass gerade kein guter Zeitpunkt dafür ist und warum nicht. Das gilt auch für andere Kinder, die dir Fragen stellen. Kinder verstehen nicht immer, dass du zum Beispiel nicht gut mit ihnen besprechen kannst, was sie tagsüber gemacht haben, wenn du gerade ein kompliziertes Abendessen kochst.
    • Sage, „Ich möchte wirklich mehr darüber hören (oder mit dir darüber reden), aber jetzt geht es gerade schlecht. Können wir nachher beim Essen (oder zu einer anderen Zeit) darüber reden?“
  2. Sprich freundlich. Es ist wichtig, dass du mit Kindern und mit anderen Erwachsenen in der Gegenwart von Kindern, so sprichst, wie du gerne möchtest, dass andere mit dir sprechen. Kinder lernen am besten durch Imitation. Wenn du möchtest, dass deine Kinder höflich sind, achte darauf, selbst gute Manieren zu haben. Achte auf deinen Tonfall.
    • Achte darauf, auf passende Weise „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“ zu sagen, wenn du mit Kindern oder mit anderen Erwachsenen in der Gegenwart von Kindern zu tun hast.
    • Achte mit den Ohren eines Kindes auf deinen Tonfall. Kinder achten oft mehr auf den Tonfall als das, was du wirklich sagst. Hat dich jemals ein Kind gefragt, „Warum schreist du mich an?“, obwohl du gar nicht geschrien hast? Das liegt wahrscheinlich daran, dass dein Tonfall wütend, frustriert oder irgendwie unzufrieden geklungen hat, obwohl du es gar nicht gemerkt hast.
  3. Nimm die Gefühle deines Kindes ernst. Kinder haben sehr intensive Emotionen und in diesen geht es oft um Dinge, die für Erwachsene vielleicht gar nicht wichtig erscheinen. Es ist wichtig, Gefühle von Kindern zu bestimmten Situationen oder Vorkommnissen nicht herunterzuspielen. Hilf Kindern, ihre Gefühle auf nützliche Art und Weise zu verstehen. Du könntest zum Beispiel sagen, „Ich verstehe, dass dich das ärgert. Reden wir doch darüber, warum du dich ärgerst.“ Du kannst dann versuchen, das Kind zu beruhigen, indem du ihm erklärst, wie es mit diesem Gefühl des Ärgers umgehen kann oder andere Sichtweisen vorschlagen, an die es vielleicht noch nicht gedacht hat.
  4. Sei geduldig. Geduld ist eine extrem wichtige Eigenschaft für alle, die mit Kindern arbeiten. Es kann herausfordernd sein, aber das Beste, was du tun kannst, wenn „Kinder Kinder sind“, dich daran zu erinnern, dass sie dich nicht absichtlich ärgern. Außer wenn doch… und in diesen Fällen reicht es oft, sie einfach zu ignorieren. Wenn du auf irgendeine Weise viel Zeit mit Kindern verbringst, ist es wichtig, auch auf dich selbst zu achten. Schlafe ausreichend, trink reichlich Wasser, mach Sport und ernähre dich gesund und erlaube dir gelegentliche Pausen von den Kindern, um dich neu zu orientieren und deine Gedanken zu sammeln.
Теги:
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.